(*1958)

Charles Murray Higson, geboren in Frome, Somerset, ausgebildet an der University of East Anglia in Norwich, war unter anderem Sänger der nicht besonders erfolgreichen Rockband ‚The Higsons‘, Tapezierer und TV-Komiker (‚Saturday Live‘, ‚Loadsamoney‘), bevor er in der ersten Hälfte der 90er-Jahre drei Noir-Thriller und die humoristische Yuppie-Groteske ‚Mein Höllentag mit Mr. Kitchen‘ zu Papier brachte. Heute arbeitet er als Filmproduzent, Drehbuchautor und Schauspieler beim britischen Fernsehen und verfasst Bücher für Kinder und Jugendliche (Young James Bond-Romane, Zombie-Reihe, auch als Enemy-Romane bezeichnet). Higson ist seit 1995 mit der Grafikdesignerin Victoria Fullick verheiratet, hat drei Söhne und lebt in North-London.

In Higsons erstem Krimi ‚König der Ameisen‘ wurstelt sich der psychisch labile, unlängst von seiner Freundin verlassene Underdog Sean Crawley in London mit Gelegenheitsarbeiten, Biertrinken und Kiffen durchs Leben, bis er eines Tages auf den cleveren Ganoven Duke Wayne trifft, der ihm einen gut bezahlten, jedoch etwas undurchsichtigen Job als Privatdetektiv vermittelt: Er soll den Buchhalter Gatley beschatten, der drauf und dran ist, Schmiergeldtransaktionen zwischen einem Bauunternehmer und der Stadtverwaltung aufzudecken. Später wird der Auftrag jedoch leicht modifiziert: Sean soll den aufsässigen Buchhalter besser gleich umlegen. Er tut dies auch – und realisiert erst viel zu spät, dass man ihn aufs Kreuz gelegt hat. Doch Sean lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen und schlägt vehement zurück.

‚Museum der geheimen Leidenschaften‘ erzählt die traurigen Lebensgeschichten zweier gequälter Seelen – des Teenagers Will Summers und des Druckereibesitzers Tom Kendall. Will lebt seinen Sexualtrieb aus, indem er abends heimlich in Häuser eindringt („Häuser fickt“), während deren Bewohner zugegen sind, bisher 47 Mal. Die bei seinen Streifzügen eroberten Trophäen katalogisiert er sorgfältig, seine Aktivitäten und Gedanken hält er minutiös in einem Tagebuch fest. Der Eigenbrötler Tom Kendall, den niemand zu mögen scheint, geht ganz in seiner Arbeit auf, bis er sich in eine unglücklich verheiratete Frau verliebt. Als Will und Tom sich zufällig über den Weg laufen, ist die Katastrophe unausweichlich.

‚Das Alphabet der Gewalt‘ dreht sich um Dennis Pike, in seiner Jugend führendes Mitglied einer Gang, die dummerweise zwei Morde begangen hat. Heute, zehn Jahre nach seinem Fehlstart, versucht Pike, ein anständiges Leben zu führen, hat fünfundzwanzig Riesen auf der hohen Kante, träumt vage von einem Leben in Kanada, bis ihn die Vergangenheit in der Gestalt von Chas Bishop einholt, der ihn um seine Ersparnisse erleichtert. Gemeinsam mit Chas‘ Bruder Noel macht sich Pike auf die Verfolgung des Betrügers, dem auch die beiden dumpfen Psychopathen Terry und Basil im Nacken sitzen – eine wilde Jagd beginnt.

Bibliografie (nur Krimis für Erwachsene):

‚King of the Ants – ‚König der Ameisen‘ (1992), ‚Happy Now‘ – ‚Museum der geheimen Leidenschaften‘ (1993), ‚Full Whack‘ – ‚Das Alphabet der Gewalt‘ (1994).