(*1934)

Geboren in Osaka als Sohn eines Biologen, studierte Tsutsui Yasutaka an der Doshisha Universität in Kyoto mit Abschlüssen in Ästhetik und Kunst. Er war Schauspieler, Musiker, Bühnenautor und Literaturkritiker und gründete 1960 mit seinen Brüdern das Sciencefiction-Fanzine ’Null’. Gefördert durch den berühmten Krimiautor Edogawa Rampo, schrieb er Anfang der 60er-Jahre seine ersten Stories und avancierte in den 70ern zu einem der einflussreichsten Sciencefiction-Autoren Japans. Yasutaka, der „Guru der Metafiktion“, nennt Darwin, Freud und die Marx Brothers als wichtigste Einflüsse.

Im Jahr 1974 veröffentlichte Yasutaka den nachtschwarzen Roman ’Mein Blut ist das Blut eines anderen’. Kinukawa Ryosuke, ein junger, schmächtiger Buchhalter eines korrupten Bauunternehmens in der japanischen Provinz, leidet seit Jahren unter unkontrollierbaren Zornausbrüchen und führt deshalb ein zurückgezogenes Leben. Als er eines Abends in einer Bar beobachtet, wie zwei Yakuza-Schergen eine Frau angreifen, dreht er durch, richtet ein Blutbad an und gerät daraufhin zwischen die Fronten eines wilden Bandenkriegs. Inspiriert von Dashiell Hammetts Roman ’Rote Ernte’, behandelt der Autor sein Thema – Gewalt, Korruption und organisierte Kriminalität in einer japanischen Kleinstadt – auf schnörkellose Weise und mit grimmigem Humor.

Bibliografie: ‚Ore no chi wa tanin no chi‘ – ’Mein Blut ist das Blut eines anderen’ (1974)