(*1954)

Detlef Bluhm wurde in Berlin geboren, wo er auch heute lebt. Nach abgebrochenem Studium der Religionspädagogik und Theologie arbeitete er als Buchhändler, Verlagsvertreter und Verleger. 1989 gründete er den (nicht mehr existierenden) Kleinverlag ’Silver & Goldstein’. Seit 1992 ist er Geschäftsführer des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen Berlin-Brandenburg. 1997 veröffentlichte er eine Kulturgeschichte des Tabaks.

Im Krimigenre debütierte Bluhm 1999 mit ‚Das Geheimnis der Hofnarren‘, einer lebendigen, mit lustigen Szenen und verblüffenden Wendungen aufwartenden Gaunergeschichte, die im 18. Jahrhundert und in der Gegenwart in Berlin, Dresden und Wien angesiedelt ist. Im Mittelpunkt stehen der Berliner Antiquar Simon Schuster und seine attraktive Tochter Claudia, eine angehende Ethnologin, die zufällig einem legendenumwobenen Schatz auf die Spur kommen – den vergrabenen Kisten des Hoffnarren des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. -, und bei ihren fieberhaften Recherchen allerlei zwielichtige Gestalten auf den Plan rufen.

März 1944: Die russische Armee steht bereits in den Karpaten, als Eichmanns Nazitruppen in Ungarn einmarschieren, um das mit ihnen verbündete Land zu ghettoisieren, die Juden zu enteignen und nach Auschwitz zu verfrachten. Einige Monaten später kann der achtköpfige zentrale Judenrat durchsetzen, dass dreitausend ausgewählte – durchwegs angesehene und einflussreiche – Juden gegen einen Haufen Geld mit einem Zug nach Wien in Sicherheit gebracht werden, unter ihnen Eva, die hochschwangere Frau des Ratsangehörigen Paul Singer. Doch dann begeht ein junger SS-Offizier die unfassbare Tat, den Zug nach Auschwitz umzuleiten. Singer, am Boden zerstört, hat nur noch Rache im Sinn. Er kann sich nach Wien absetzen, nimmt den Namen Robert Pape an und schliesst sich dem israelischen Geheimdienst an, stets auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau. Aufgrund einer Liste mit den ursprünglichen Namen und den neuen Identitäten von 37 hochrangigen Nazis, die damals in Ungarn den Holocaust veranlassten, kommt er dem Täter 55 Jahre später doch noch auf die Spur. Im Hintergrund sind indes auch der Mossad und der BND – aus ganz unterschiedlichen Gründen – mit von der Partie. ‚Der Zug nach Wien‘: Ein mitreissender, beklemmender Spannungsroman mit einem facettenreichen Protagonisten.

Seit 2004 (ab 2010 unter dem Pseudonym Kater Paul) widmet sich Bluhm vorwiegend der Kulturgeschichte der Katze – in zahlreichen Texten, Erzählungen, mehreren Sachbücher und Romanen sowie einem grossen Katzenlexikon.

Bibliografie:

‚Das Geheimnis des Hofnarren‘ (1999), ‚Der Zug nach Wien‘ (2001).