(*1969/1964)

Die Brüder Georg und Richard Precht stammen aus Solingen, Nordrhein-Westfalen, wo sie in einem linksgerichteten Milieu aufwuchsen. Ihre Eltern adoptierten als Zeichen des Protests gegen den Vietnamkrieg zwei vietnamesische Kinder. Georg studierte Architektur in Berlin und Aachen. Richard studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Köln, wurde mit einer Arbeit über Robert Musil promoviert und arbeitete von 1992 bis 1995 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Köln, bevor er sich als als Publizist, Sachbuchautor zu philosophischen und gesellschaftspolitischen Themen und Honorarprofessor für Philosophie in in Lüneburg und Berlin profilierte. Ende der 90er-Jahre setzten sich die beiden zusammen, um den Krimi ‚Das Schiff im Noor‘ zu verfassen.

‚Das Schiff im Noor‘, eine stimmungsvolle, in gemächlichem Tempo erzählte Geschichte, dreht sich um Ansgar Jorgensen, einen jungen, etwas sonderlichen Kriminalassistenten vom Kommissariat für Gewaltverbrechen in Kopenhagen, der im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms für ein paar Monate auf die abgelegene, idyllische Insel Lilleo geschickt wird. Hier ist 1809 im Noor ein Schiff gestrandet, nur ein einziger Angehöriger der Besatzung hat das Unglück überlebt. Um den eintönigen Inselalltag ein wenig zu strukturieren (auf Lilleo soll seit über zweihundert Jahren kein unnatürlicher Todesfall mehr geschehen sein), beginnt Jorgensen die Akten des Polizeiarchivs zu sortieren. Dabei stösst er auf alte Geschichten und Legenden – und klärt zwei Morde auf: einen aktuellen und einen historischen, der sich 1809 im Noor ereignet hat.

Bibliografie:

Das Schiff im Noor‘ (1999)