(1940-2001)

Werner Raith, geboren in Regensburg, studierte Mathematik und Physik, erwarb einen Doktortitel in Philosophie, habilitierte in Pädagogik und gründete zwei Buchverlage, ehe er sich in Italien niederliess und mit seinen Reportagen über den Mezzogiorno und alle Formen der organisierten Kriminalität für Aufsehen sorgte. Daneben betätigte er sich als Dozent an den Universitäten München und Palermo und an der Technischen Hochschule Darmstadt, als Italienkorrespondent der Berliner ’taz’ und der ‚Basler Zeitung‘, als Autor von Sach- und Jugendbüchern und als Übersetzer aus dem Italienischen und betrieb mit seiner Familie eine Reitschule und eine Pferdezucht. Raith lebte vornehmlich bei Terracina, in der Mitte zwischen Rom und Neapel, wo er 60-jährig an Herzversagen starb. Er hinterliess seine Frau Xenia und drei Töchter.

Im Jahr 1999 ist Werner Raiths brisanter Politthriller ‚Absturz über Ustica‘ erschienen, der sich auf zwei authentische, acht Jahre auseinander liegende, bis heute nicht restlos geklärte Katastrophen bezieht. Am Abend des 27. Juni 1980 stürzte ein Passagierflugzeug vom Typ DC 9 nördlich der italienischen Insel Ustica ins Meer, als es in ein geheimes NATO-Manöver hineinflog, einundachtzig Tote. Am 28. August 1988 stiessen zwei italienische Piloten während einer Flugshow über der deutschen US-Luftwaffenbasis Ramstein mit ihren Maschinen ineinander, siebzig Tote, darunter die Piloten, beide seinerzeit bei Ustica für die NATO im Einsatz, die nach der Show vor Gericht über die 80er Manöver hätten aussagen sollen.

Bibliografie:

‚Absturz über Ustica‘ (1999)