(1914-2002; schrieb auch als Thomas Fitzroy, John Thomas James und John Francis O’Hara)

Roy Huggins wurde in Litelle, Washington State, geboren. Er studierte Politikwissenschaft an der University of California mit einem Abschluss 1941. Danach arbeitete er zwei Jahre im Staatsdienst und drei Jahre als Wirtschaftsingenieur, bis er sich (inspiriert durch Raymond Chandler) auf das Schreiben verlegte und im selben Jahr seinen ersten Krimi ‚The Double Take‘ (‚Der kalte Schlaf‘) herausgab. Nach zwei weiteren Romanen und drei Kurzgeschichten beschloss Huggins, sich fortan ganz dem Film zu widmen. Er produzierte die TV-Serien ‚Maverick‘, ’77 Sunset Strip‘, ‚The Fugitive‘ und ‚The Rockford Files‘ und verfasste ungezählte Drehbücher für Film und Fernsehen.

Huggins erster, 1938 mit Bonnie Porter geschlossener Ehe entsprangen zwei Kinder, Brett und Katherine. 1952 heiratete er die Schauspielerin Adele Mara, die drei Söhne, John, Thomas und James, zur Welt brachte (Huggins benutzte daraufhin gelegentlich das Pseudonym John Thomas James). 2001 beendete er seine erfolg- und einflussreiche TV-Laufbahn. Ein Jahr später, mit 87, starb er in seinem langjährigen Wohnort Santa Monica, Kalifornien.

‚Der kalte Schlaf‘ wird aus der Sicht des Privatdetektivs Stuart „Stu“ Bailey erzählt. Bailey, ein gross gewachsener, attraktiver Pfeifenraucher mit guten Umgangsformen, geht seinem Beruf in Los Angeles nach. Diesmal beauftragt ihn Ralph Johnson, Präsident einer erfolgreichen Werbeagentur, die Vergangenheit seiner jungen, bildschönen Frau Margaret zu durchleuchten – sie war vor einem Jahr, als er sie heiratete, aus dem Nichts aufgetaucht, und jetzt will man ihn offenbar erpressen. Ausgerüstet mit einem Foto von Margaret begibt sich der Detektiv auf Spurensuche – und sticht in ein Wespennest. Der Mord an einem wichtigen Zeugen und viele harte Schläge gegen seinen Schädel hindern ihn jedoch nicht daran, den verwirrenden Fall auf trickreiche Art zu klären. Anschaulich gezeichnete Haupt- und Nebenfiguren, originelle Vergleiche, coole Sprüche und die spritzige Handlungsführung machen Huggins‘ ersten Krimi zu einer höchst kurzweiligen Lektüre.

Stuart Bailey kam auch in drei Kurzgeschichten zum Zuge und war (in leicht abgewandelter Form) der Protagonist in Huggins‘ TV-Serie ‘77 Sunset Strip’.

Bibliografie:

‚The Double Take‘ – ‚Der kalte Schlaf‘ (1946), ‚Too Late for Tears‘ (1947), ‚Lovely Lady, Pity Me‘ (1949).