(Kürzel für Gerald P. Kennealy, *1938; schreibt auch als G.P. Kennealy, Paul Boray und James Brant)

Jerry Kennealy kam in San Francisco zur Welt. Nach der High School arbeitete er zunächst bei der Küstenwache, später vier Jahre bei der Polizei von San Francisco und schliesslich über dreissig Jahre als Privatdetektiv für Rechtsanwälte und Versicherungsgesellschaften. Seit Mitte der 80er-Jahre widmet er sich vorrangig dem Krimischreiben. Er lebt mit seiner Frau Shirley in San Bruno, Kalifornien. Sie haben zwei erwachsene Söhne, Frank und Steven.

1987 brachte Kennealy den Privatdetektiv Nick Polo in die Kriminalliteratur – eine Trouvaille. Zwei Titel des Elfteilers (der erste und der fünfte) liegen auch auf Deutsch vor. Der Autor erzählt die schnörkellosen Geschichten in einem lakonisch-ironischen Stil, geizt nicht mit scharfen Hieben auf die amerikanische Politlandschaft und liefert erst noch nützliche Tipps für angehende Detektive.

Nick Polo, Spross einer sizilianisch-stämmigen Familie, geschiedener Vietnamveteran, kehrt dem Polizeidienst den Rücken, als seine betuchten Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen. Der Nachlass schmilzt dann aber aufgrund von Fehlinvestitionen dermassen schnell dahin, dass er sich schon bald nach einem neuen Job umsehen muss: Er wird Privatdetektiv in San Francisco. Ein Zimmer seiner geerbten Wohnung verwandelt er in ein Büro und rüstet es mit allerlei nützlichen elektronischen Geräten (inkl. Computer) aus, denn „die Zeiten sind vorbei, in denen man nur einen guten Hut brauchte, einen zerknitterten Regenmantel, eine .45er-Automatik und eine halbvolle Flasche Bourbon in der untersten Schreibtischschublade“ – es ist die zweite Hälfte der 80er-Jahre. Wegen eines „blöden Fehlers“ muss Nick kurz nach Beginn seiner Detektivkarriere für mehrere Monate ins Gefängnis, doch als er in ‚Meer der Lügen‘ einen ungemein hässlichen und gefährlichen Fall auf unkonventionelle, aber brillante Weise auflöst – es geht um Wahlkampf, um Verunglimpfung und Erpressung, Opfer ist die mutige Bürgermeisterin von San Francisco -, gibt man ihm seine Lizenz zurück.

Unterstützung findet Nick bei seinem gewieften Onkel Pee Wee, einem ausgezeichnet vernetzten Buchmacher, und auch mit Inspektor Bob Tehaney von der örtlichen Mordkommission kommt er gut zurecht. Nick ist nicht nur ein erstklassiger Ermittler, sondern auch ein ausgezeichneter Koch (gibt Extrapunkte bei den Frauen!); und ein routinierter, mit jedem Trick vertrauter Pokerspieler, was ihm in ‚Schlechte Karten‘ zunächst zum Vorteil gereicht – doch schon bald bereut er zutiefst, sich jemals auf den Fall mit dem betrügerischen Kartenspieler Dettman, einem millionenschweren Industriellen, eingelassen zu haben. Im Verlauf der Reihe verliebt sich der ungemein coole und sympathische Schnüffler, der stets einen frechen Spruch auf Lager hat, in die reizende Kolumnistin Jane Tobin.

Zwei Auftritte hat Carroll Quint, hart gesotten, von Beruf Unterhaltungskritiker beim ‚San Francisco Bulletin‘, ein Filmfreak Mitte Dreissig, der mit seinem Mini Cooper in San Francisco unterwegs ist. In ‚Jigsaw‘ wird er mit einem Serienkiller konfrontiert, der sich Thanatos nennt. Assistiert von seiner Freundin Terry Greco und seiner Mutter, einer ehemaligen Schauspielerin, nimmt er den Kampf mit dem Mörder auf, um nicht selbst dessen nächstes Opfer zu werden.

Bibliografie:

Nick Polo-Serie: ‚Polo Solo‘ – ‚Meer der Lügen‘ (1987), ‚Polo Anyone?‘ (1988), ‚Polo’s Ponies‘ (1988), ‚Polo in the Rough‘ (1989), ‚Polo’s Wild Card‘ – ‚Schlechte Karten‘ (1990), ‚Green With Envy‘ (1991), ‚Special Delivery‘ (1992), ‚Vintage Polo‘ (1993), ‚Beggar’s Joice‘ (1994), ‚All That Glitters‘ (1997), ‚Polo’s Long Shot‘ (2017);

Einzelwerke: ‚The Conductor‘ (1995), ‚The Forger‘ (1996), ‚The Suspect‘ (1997), ‚The Hunted‘ (1999), ‚The Outer Eye‘ (2000), ‚Screen Test‘ (2016);

Carroll Quint-Romane: ‚Jigsaw‘ (2007), ‚Still Shot‘ (2008).

Als G.P. Kennealy: ‚Nobody Wins‘ (1979).

Als Paul Boray: ‚Cash Out‘ (2002).

Als James Brant:’The Vatican Connection‘ (2003), ‚Chasing the Devil‘ (2004).