(Pseudonym für John Evan Weston-Davies, 1909-1996)

John Evan „Jasper“ Weston-Davies kam als Sohn eines renommierten Möbelschreiners in Gloucester im Südwesten Englands zur Welt und wuchs auch dort auf, bis die Familie im Jahr 1913 nach Sydney auswanderte. Seine beiden älteren Brüder fielen an der Westfront des Ersten Weltkriegs, worauf der Vater ohne seine Frau und seinen verbliebenen Sohn nach England zurückging.

Nach seiner Ausbildung an der King’s School in Parramatta bei Sydney und dem Militärdienst übersiedelte Weston-Davies mit zwanzig Jahren nach England, fand dort jedoch vorerst keine Arbeit und landete schliesslich bei der Royal Horse Artillery, für die er von 1934 bis 1947 in Indien diente, unterbrochen durch einen längeren Einsatz im Königreich Irak während des Zweiten Weltkriegs. Als Indien im August 1947 die Unabhängigkeit erlangte, wechselte er zur Royal Artillery und leistete seinen Militärdienst fortan in Hongkong, Ägypten und Zypern.

Weston-Davies, der unter dem Pseudonym Berkeley Mather bereits in den 40er-Jahren ein paar Stories und ein Hörspiel verfasst hatte, trat 1959 in den Ruhestand, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Seit 1938 mit Kay Jones verheiratet, hatte er eine Tochter und zwei Söhne, unter ihnen Wynne Weston-Davies, der im Juni 2012 einige gewichtige Korrekturen am Lebenslauf seines Vaters vornahm (Ostara Publishing, 11 June 2012).

Mather schrieb mehrere Hörspiele, zahlreiche Drehbücher für das Fernsehen, den Erzählband ‚Geth Straker‘ sowie fünfzehn Romane (Spionagethriller und historische Abenteuergeschichten), die mehrheitlich im Fernen Osten angesiedelt sind. Der Durchbruch gelang ihm 1960 mit seinem zweiten Roman ‚The Pass Beyond Kashmir‘ (‚Im Auftrag des Syndikats‘). Er starb kurz nach seinem 87. Geburtstag – fünf Jahre nach seiner Frau – in dem kleinen Ort Brede, East Sussex.

Idwal Rees, die Hauptfigur des Krimis ‚Im Auftrag des Syndikats‘ (und der beiden nicht auf Deutsch vorliegenden Romane ‚The Terminators‘ und ‚Snowline‘), ist eine von Mathers faszinierendsten Figuren. Geboren als Sohn eines etwas zwielichtigen walisischen Fernost-Korrespondenten und einer ebenfalls aus Wales stammenden Mutter, verbringt er die Vorkriegszeit und den Zweiten Weltkrieg im Fernen Osten – Indien, Burma und China sind seine wichtigsten Stationen. Während des Koreakriegs dient er ein paar Monate als Kompaniechef in einem Infanteriebataillon in Indien, bis ihn der britische Geheimdienst unter seine Fittiche nimmt. Zurück im Zivilleben, nach kurzer Tätigkeit als Versicherungsdetektiv in Shanghai, wird er „freischaffender Ermittler“ (eine Mischung aus Geheimagent, Abenteurer und Privatdetektiv) mit Sitz in Bombay. Er beherrscht zahlreiche Sprachen und asiatische Dialekte, wohnt in einer hübschen Wohnung und geniesst das Leben, wenn er nicht gerade im Auftrag von Geheimdiensten oder anderen Organisationen unterwegs ist.

Mathers berühmtester Spannungsroman ‚Im Auftrag des Syndikats‘, angesiedelt in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre, führt Idwal Rees und seinen treuen Diener und ständigen Begleiter Samaraz, einen baumlangen, kampflustigen Pathan, von Bombay quer durch die krisengeschüttelten Länder Indien und Pakistan in den Norden, nach Kashmir, in die Vorgebirge des Himalayas, wo offenbar ein Paket mit wertvollen Dokumenten vergraben worden ist – diese sollen Auskunft geben über eine noch nicht entdeckte Ölquelle in dieser ungastlichen Region. Auftraggeber ist ein Syndikat, das durch Smedley, einen australischen „Handelsreisenden“, vertreten wird. Als härtester Gegner der beiden Schatzjäger erweist sich der skrupellose Berufsspion Kavronski alias Stewart, der ebenfalls hinter den Papieren her ist. Während der höchst gefährlichen, von Verhaftungen, wilden Fluchten und blutigen Gewalttaten überschatteten Reise treffen Rees, Samaraz und Smedley auf eine Reihe von unvergesslichen Figuren, etwa den schlitzohrigen Kaufmann Yev Shalom, der sich auf den Handel mit streng geheimen Informationen spezialisiert hat, den alten, versoffenen britischen Major George Polson, der das Versteck der Papiere zu kennen glaubt, den erblindeten Brigadegeneral Culverton, der Rees mit wichtigen Reisetipps versorgt, und dessen Tochter Claire, eine mutige, kratzbürstige Krankenschester im Dienste des Roten Kreuzes, deren Lächeln Idwal Rees in den Bann zieht.

Bibliografie:

Idwal Rees-Romane: ‚The Pass beyond Kashmir‘ – ‚Im Auftrag des Syndikats‘ (1960), ‚The Terminators‘ (1971), ‚Snowline‘ (1973);

Einzelwerke: ‚The Achilles Affair‘ (1959), ‚Genghis Khan‘ – ‚Dschingis Khan‘ (1965), ‚The Road and the Star‘ – ‚Gil, vergiss den Degen nicht‘ (1965), ‚The Gold of Malabar‘ – ‚Das Gold von Malabar‘ (1967), ‚The Springers‘ (auch unter dem Titel ‚A Spy for a Spy‘) – ‚Tausch der Agenten‘ (1968), ‚The Break in the Line‘ (auch unter dem Titel ‚The Break‘, 1970), ‚The White Dacoit‘ (1974), ‚With Extreme Prejudice‘ (1975), ‚The Memsahib‘ (1977);

Far Eastern Trilogy: ‚The Pagoda Tree‘ (1979), ‚The Midnight Gun‘ (1981), ‚The Hour of the Dog‘ (1982).