(*1960)

Alexandra Schwartzbrod, eine renommierte, aus Nancy stammende Journalistin und Autorin von Essays und Romanen, machte 1982 einen Abschluss an der Ecole supérieure d’interprètes et traducteurs in Paris. Von 1984 bis 1989 arbeitete sie für französische, englische und amerikanische Militärmagazine, von 1989 bis 1995 bei ’Les Echos’ mit den Spezialgebieten Rüstung und Luftfahrt und seither bei der Tageszeitung ’Libération’, für die sie von 2000 bis 2002 unter schwierigsten Bedingungen aus Jerusalem berichtete. Sie lebt mit ihren zwei Kindern in Paris.

2003 veröffentlichte Schwartzbrod den in Nahost angesiedelten Spannungsroman ’Denn es rächt sich alle Schuld’ (im Original schlicht, unbiblisch und viel treffender ’Balagan’, ein für Tohuwabohu oder Chaos stehender Begriff). Im Mittelpunkt der brisanten, an eindrucksvoll geschilderten Schauplätzen spielenden und multiperspektivisch angelegten Geschichte stehen zwei höchst gegensätzliche Gesetzeshüter, die sich nicht ausstehen können: der hitzköpfige Kommissar Ron Landau, ein erfolgreicher Terrorspezialist der israelischen Polizei, und der arabisch-israelische Major Eli Bishara, eine schwermütige, zerrissene zwischen den religiösen Fronten stehende Figur mit einer Schwäche für schöne Frauen. Unabhängig voneinander ermitteln sie zwei blutige Attentate, die einige Monate nach dem Ausbruch der zweiten Intifada fast zeitgleich in der Altstadt von Jerusalem verübt worden sind – das eine im jüdischen, das andere im islamischen Teil, und niemand bekennt sich zu den Taten. Als die Stadt durch weitere Terroranschläge erschüttert wird, beginnt ein atemloses Rennen gegen die Uhr. Eine Spur führt zu einer Gruppe von leidenschaftlichen Spielern, bei denen man Wetten darauf abschliessen kann, an welchem Ort das nächste Attentat stattfindet – ein an Geschmacklosigkeit kaum zu überbietendes „Todeslotto“. Eli Bishara allerdings ist fest davon überzeugt, dass ein Einzelner die Taten begangen hat.

Bibliografie:

Balagan‘ – ’Denn es rächt sich alle Schuld’ (2003), ‚Petite mort‘ (2005), ‚La cuve du diable‘ (2007), ‚Adieu Jérusalem‘ (2010).