(*1941, schreibt auch als Nicholas van Pelt)

Richard Hoyt wurde in Hermiston, Oregon, geboren und wuchs auf einer kleinen Farm bei Umatilla in Oregon auf. Der Vater verdiente sich sein Geld als Alkoholschmuggler und Rodeo-Cowboy, während die Mutter die örtliche Schul-Cafeteria betrieb. In den 60ern absolvierte er ein Publizistik-Studium an der University of Oregon, unterbrochen durch drei Jahre Dienst bei der Spionageabwehr der US-Army. Anschliessend war er am Washington Journalism Center tätig und schrieb Artikel für zwei Tageszeitungen in Honolulu und das Magazin ‚Newsweek‘. Parallel dazu studierte er Amerikanistik an der University of Hawaii mit einem Doktorabschluss 1972. Es folgten vier Jahre als Publizistik- und Literaturdozent an der University of Maryland und sechs Jahre als ordentlicher Professor der Kommunikationswissenschaft am Lewis and Clark College in Portland. In dieser Zeit, 1980, veröffentlichte er seinen ersten Krimi, zwei Jahre später machte er das Schreiben zu seinem Hauptberuf.

Der reise- und experimentierfreudige Autor – er lebte und recherchierte für seine Romane in mehr als zwei Dutzend europäischen Ländern, in Zentral- und Lateinamerika, Nordafrika und Asien, durchquerte die Sowjetunion per Eisenbahn und probierte allerlei Drogen aus – ist seit 1992 mit der Philippinin Teresita verheiratet und hat mit ihr eine Tochter. Eine weitere Tochter entstammt einer früheren Ehe. Nach vielen Jahren auf den Philippinen liess sich Hoyt 2013 mit seiner Familie in Vancouver, Washington State, nieder.

John Denson, Ex-CIA-Agent, stolzer Besitzer von selbst geschnitzten Wildgänsen, Privatdetektiv mit einer Vorliebe für Dope, halluzinogene Pilze und gut gebaute Damen, ist Hoyts Hauptfigur einer witzigen, 2004 nach zehn Bänden beendeten Serie. Denson trägt keine Waffe, weil er niemanden töten könnte – der Grund für sein Ausscheiden aus dem Geheimdienst. Nach seiner CIA-Zeit war er Zeitungsreporter in Honolulu, bis er in Seattle, Washington State, als Ermittler begann. Densons gelegentlicher Partner ist der Indianer Willie Prettybird (alias Willie Sees the Night), ein Schamane, der mit toten Tieren kommunizieren kann. Denson entstammt einer hinterwäldlerischen Familie, die in Cayuse, Oregon ansässig ist – und hierhin führt ihn sein Kriminalfall im ersten Band ‚Lockente‘, in dem der Held (ungewollt) die Rolle des Lockvogels spielt: für seine Auftraggeberin, die schöne, undurchschaubare Privatdetektivin Pamela Yew.

Hoyts zweite (1982 gestartete und 1996 abgeschlossene) Reihe besteht aus neun actiongeladenen, vornehmlich an exotischen Schauplätzen spielenden, mit galligem Humor erzählten Polit-Grotesken, in denen das ehemalige CIA-As James Burlane als freischaffender Agent durch die Kontinente hetzt, um bösen Buben und obskuren Organisationen das Handwerk zu legen.

Der vierte Band ‚Der Affenfelsen‘ zählt zu den besten Werken des Autors. Unterstützt durch britische und russische Söldner, erobern palästinensische Terroristen Gibraltar, erklären es zur Volksrepublik Jebel Tarik, halten 30’000 Menschen als Geiseln fest – 28’000 Gibraltarer und eine britische Garnison von 2’000 Mann – und wollen alle Affen vernichten, denn die Legende besagt, dass die Briten so lange auf Gibraltar bleiben, als es dort Affen gibt. Die Engländer und die Amerikaner lassen sich dies natürlich nicht bieten und blasen zum Gegenangriff. Ihre schärfsten Waffen: der Überlebenskünstler James Burlane, die bauchtanzende Agentin Ella Nidech – und der bulimische Berberaffe Max, Chef des Affenrudels von Gibraltar, der dem Massaker in letzter Sekunde entkommen kann. Es kommt zu spektakulären Aktionen, und am Schluss dreht Hoyt eine verblüffende Pirouette.

‚Spielen und töten‘ (im Original: ‚Red Card‘) handelt von einem Killer, der 1994, kurz vor der in den USA stattfindenden Fussball-WM, die FIFA in Angst und Schrecken versetzt: er versendet gelbe Karten, tötet daraufhin Fussballspieler – und lässt rote Karten folgen. James Burlane soll die WM retten.

Bibliografie:

John Denson-Serie: ‚Decoys‘ – ‚Lockente‘ (1980), ’30 for a Harry‘ – ‚Schweigegeld für Harry‘ (1981), ‚The Siskiyou Two-Step‘ (auch unter dem Titel ‚Siskiyou‘) – ‚Denson‘ (1983), ‚Fish Story‘ – ‚Fischzug‘ (1985), ‚Whoo?‘ (1991), ‚Bigfoot‘ (1993), ‚Snake Eyes‘ (1995), ‚The Weatherman’s Daughter‘ (2003), ‚PonyGirls‘ (2004);

James Burlane-Serie: ‚Trotzky’s Run‘ – ‚Trotzkis Rückkehr‘ (1982), ‚Head of Stone‘ (1985), ‚The Dragon Portfolio‘ – ‚Drachengold‘ (1986), ‚Siege‘ – ‚Der Affenfelsen‘ (1987), ‚Marimba‘ – ‚Marimba‘ (1992), ‚Red Card‘ – ‚Spielen und töten‘ (1994), ‚Japanese Game‘ (1995), ‚Blood of Patriots‘ (gemeinsam mit Neil Abercrombie‘, 1996), ‚Tyger! Tyger!‘ (1996);

Einzelwerke: ‚The Manna Enzyme‘ – ‚Castros Coup‘ (1982), ‚Cool Runnings‘ – ‚Cool Runnings‘ (1984), ‚Darwin’s Secret‘ (1989), ‚Vivienne‘ (2000), ‚Old Soldiers Sometimes Lie‘ (2002), ‚Sonjy’s Run‘ (2005), ‚Bad Faith‘ (2009), ‚Crow’s Mind‘ (2013).

Als Nicholas Van Pelt: ‚The Mongoose Man‘ (1998), ‚Stomp!‘ (1999).