(Pseudonym für André Bjerke, 1918-1985)

Der norwegische Übersetzer (Goethe, Rilke, Heine, Shakespeare, Poe, Molière, Racine und viele andere klassische Schriftsteller), Lyriker, Romancier, Essayist, Kinderbuchautor, Anthroposoph und Goethe-Experte André Bjerke war einer der bedeutendsten skandinavischen Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. Er schrieb auf Riksmal, im 19. Jahrhundert die offizielle Sprache Norwegens, die Elemente des Dänischen mit dem Norwegischen verbindet.

Geboren und aufgewachsen in Oslo als Einzelkind einer Künstlerfamilie – die Mutter war Pianistin, der Vater Dichter – studierte er zuerst Mathematik, dann Sozialökonomie, brach das Studium jedoch nach der Okkupation Nowegens durch die Nazis ab und veröffentlichte 1940 seinen ersten von über zehn Gedichtbänden.

Unter dem Pseudonym Bernhard Borge verfasste der stilsichere Autor fünf wunderbare Krimis – originelle Mischungen aus Tüftelkrimi und psychologischer Studie, angereichert mit paranormalen Phänomenen -,  darunter die vertrackte, fein konstruierte Geschichte ‚Tote Männer gehen an Land‘, sowie drei Kriminalgeschichten-Sammlungen.

’Tote Männer gehen an Bord’ dreht sich um den jungen norwegischen Industriellen und Exzentriker Arne Krag-Andersen, Direktor der Mexican Oil Ltd., der ausgerechnet im „Kaperhof“, an den sich eine alte tödliche Sage knüpft und der deshalb von der Bevölkerung der Heilandet-Halbinsel seit hundert Jahren ängstlich gemieden wird, ein luxuriöses Hotel einrichten möchte. Und im „Kaperhof“ tragen sich denn auch schon bald höchst seltsame, unerklärliche Geschehnisse zu. Zieht Arne selbst die Fäden – Arne, dessen Geschäfte offensichtlich weit weniger gut gedeihen als gemeinhin angenommen?

Bjerke war dreimal verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter aus erster und eine weitere Tochter aus zweiter Ehe. Nach einem 1981 erlittenen Hirnschlag an den Rollstuhl gefesselt, starb er 66-jährig in seiner Geburtsstadt.

Bibliografie:

‚Nattmennesket‘ – ‚Der Nachtmensch‘ (1941), ‚De dodes tjern‘ – ‚Tod im Blausee‘ (1942), ‚Dode menn gar i land‘ – ‚Tote Männer gehen an Land‘ (1947), ‚Skjult monster‘ (1950, ‚Enhjorningen‘ (1963).