(1901-1984)

George H. Coxe wurde in Olean, New York State, geboren und wuchs im nahe gelegenen Elmira auf. Nach kurzen Gastspielen an den New Yorker Universitäten Purdue und Cornell arbeitete er als Holzfäller und Fabrikarbeiter, danach fünf Jahre für verschiedene Zeitungen in Kalifornien, Florida, New York City und New York State. Parallel dazu veröffentlichte er ab 1922 seine ersten Stories in ‚Black Mask‘ und anderen Pulp Magazinen – vorwiegend Kriminalgeschichten, aber auch Romanzen, Sport- und Abenteuergeschichten.

Mitte der 30er-Jahre bestimmte Coxe das Schreiben als seinen Hauptberuf und verfasste – neben Hörspielen, Fernseh- und Kinodrehbüchern – bis 1975 über sechzig Krimis. Der seit 1929 mit Elizabeth Fowler verheiratete Vater von zwei Kindern liess sich 1941 in Old Lyme, Connecticut, nieder, verbrachte jedoch auch viel Zeit in Hilton Head, South Carolina, wo er im Alter von 83 Jahren starb.

Coxes bedeutendster Krimiheld ist das 1.90 grosse Muskelpaket Jack „Flashgun“ Casey, ein trinkfester und schlagkräftiger, zuerst für den ‘Boston Globe’, anschliessend, nachdem er aufgrund einer heftigen Meinungsverschiedenheit gefeuert wurde, für das Konkurrenzblatt ‘Express’ arbeitender Fotograf mit dem Spezialgebiet Verbrechen, der, zeitweise unterstützt durch seinen jungen Assistenten Tom Wade, den Privatschnüffler Sam Delemater und den Cop Lieutenant Logan, in seiner Heimatstadt Kriminalfällen auf den Grund geht, ohne dabei das Fotografieren zu vernachlässigen. Er trifft sich mit Frauen, geht jedoch festen Beziehungen aus dem Weg. Über Flashguns Vergangenheit erfährt der Leser nichts.

Die aus fünf Romanen und etlichen Kurzgeschichten bestehende, auch für Radio, Fernsehen und Film adaptierte Reihe ist zwischen 1942 und 1964 erschienen, 1950 steuerte Edward S. Aarons unter dem Pseudonym Paul Ayres einen weiteren Flashgun Casey-Roman bei, ‚Dead Heat‘.

In einer umfangreichen, die Jahre 1935 bis 1973 (!) abdeckenden Reihe sehen wir den kultivierten, verheirateten, verzögert alternden Bostoner Star-Fotografen und Gelegenheitsdetektiv Kent Murdock am Werk, eine Art Light-Version von Jack Casey. Murdocks härter gesottener Kumpel Jack Fenner, ein Privatdetektiv, ist in Coxes allerletztem Krimi ‚Striptease mit Revolver‘ im Jahr 1975 noch zu einem hübschen Solo-Auftritt gekommen.

Coxes‘ weitere Krimifiguren mit je zwei Auftritten sind die Privatdetektive Sam Crombie und Maxwell Chauncy „Max“ Hale, die ebenfalls in Boston auf der Piste sind. Im Max Hale-Titel ‚Der Tod eines Spielers‘ ist Kent Murdock kurz zu Gast.

George Coxe war der erste Krimiautor, der Fotografen ins Zentrum seiner Romane stellte. Schnörkellose Erzählweise und geschickt gestaltete Plots um liebenswerte Figuren waren seine Markenzeichen. Nach seinem Tod geriet er rasch in Vergessenheit.

Bibliografie:

Jack „Flashgun“ Casey-Serie: ‚Silent Are the Dead‘ – ‚Mörder sind kamerascheu‘ (1942), ‚Murder for Two‘ – ‚Das Foto des Jahres‘ (1943, ‚Error of Judgement‘ – ‚Dr. Horvath wird erpresst‘ (1961), ‚The Man Who Died Too Soon‘ – ‚John Keelers Negative‘ (1962), ‚Deadly Image‘ – ‚Ein Glas zuviel‘ (1964);

Kent Murdock & Jack Fenner-Serie: ‚Murder with Pictures‘ (1935), ‚The Barotique Mystery‘ (1936), ‚The Camera Clue‘ – ‚Foto-Finish‘ (1937), ‚Four Frightened Women‘ – ‚Blitzlicht und Schatten‘ (1939), ‚The Glass Triangle‘ – ‚Cocktail zur Premiere‘ (1940), ‚Mrs Murdock Takes a Case‘ (1941), ‚The Charred Witness‘ (1942), ‚The Jade Venus‘ (1945), ‚The Fifth Key‘ – ‚Der fünfte Schlüssel‘ (1945), ‚The Hollow Needle‘ – ‚Die abgebrochene Nadel‘ (1948), ‚The Lady Killer‘ – ‚Der Ladykiller‘ (1949), ‚Eye Witness‘ – ‚Die Stimme am Telefon‘ (1950), ‚The Widow Hat a Gun‘ – ‚Gleichung mit einer Unbekannten‘ (1951), ‚The Crimson Clue‘ – ‚Hochzeit im Hause Canning‘ (1953), ‚Focus on Murder‘ – ‚Schnappschuss im Dunkel‘ (1954), ‚Murder on Their Minds‘ – ‚Mit harter Hand‘ (1957), ‚The Big Gamble‘ – ‚Das blonde Zigarettenmädchen‘ (1958), ‚The Last Commandment‘ – ‚Eine kleine Gefälligkeit‘ (1960), ‚The Hidden Key‘ – ‚Um Kopf und Kragen‘ (1963), ‚The Reluctant Heiress‘ – ‚Ein Koffer voll Mord‘ (1965), ‚An Easy Way to Go‘ – ‚Eine Minute zu spät‘ (1969), ‚Fenner‘ – ‚Gefährliche Erbschaft‘ (1971), ‚The Silent Witness‘ – ‚Ein Zeuge schweigt‘ (1973), ‚No Place für Murder‘ – ‚Striptease mit Revolver‘ (1975);

Max Hale-Romane: ‚Murder for the Askling‘ – ‚Der Tod eines Spielers‘ (1939), ‚The Lady Is Afraid‘ – ‚Kühler Jazz und heisse Spuren‘ (1940);

Sam Crombie-Romane: ‚The Frightened Fiancee‘ – ‚Dreissig Tage Bedenkzeit‘ (1950), ‚The Impetuous Mistress‘ – ‚Die ungestüme Geliebte‘ (1958);

Standalones: ‚No Time to Kill‘ – ‚Es bleibt in der Familie‘ (1941), ‚Assignment in Guiana‘ (1942), ‚Alias the Dead‘ (1943), ‚Murder in Havana‘ (1943), ‚The Groom Lay Dead‘ – ‚Hochzeitsreise in den Tod‘ (1944), ‚Woman at Bay‘ (1945), ‚Dangerous Legacy‘ (1946), ‚Fashioned for Murder‘ – ‚Bitte nicht stören!‘ (1947), ‚Venturous Lady‘ – ‚Gefährliche Lady‘ (1948), ‚Inland Passage‘ – ‚Kapitän gesucht‘ (1949), ‚The Man Who Died Twice‘ (1951), ‚Never Bet Your Life‘ – ‚Jeder braucht Geld‘ (1952), ‚Uninvited Guests‘ (auch unter dem Titel ‚Nobody Wants Julia‘) – ‚Julias grosser Bluff‘ (1953), ‚Death at the Isthmus‘ – ‚Flugkarte nach Panama‘ (1954), ‚Top Assignment‘ – ‚Sonderauftrag vom Chef‘ (1955), ‚Man on a Rope‘ – ‚Wir heiraten, wenn…‘ (1956), ‚Suddenly a Widow‘ – ‚Der Brief an der Türe‘ (1956), ‚One Minute Past Eight‘ – ‚Geschäftsreise nach Caracas‘ (1957, ‚Slack Tide‘ – ‚Das Zimmer im ersten Stock‘ (1959), ‚One Way Out‘ – ‚Zwei Tage genügen‘ (1960), ‚Moment of Violence‘ – ‚Der Augenblick der Gewalt‘ (1961), ‚Mission of Fear‘ – ‚Mission der Angst‘ (1962), ‚One Hozr to Kill‘ – ‚Weekend auf Barbados‘ (1963), ‚With Intent to Kill‘ – ‚Schatten schlagen zu‘ (1965), ‚The Ring of Truth‘ – ‚Zutritt verboten‘ (1966), ‚The Candid Imposter‘ – ‚Mord ohne Reue‘ (1967), ‚Double Identity‘ – ‚Ein Gesicht für zwei‘ (1970), ‚Woman with a Gun‘ – ‚Eine Frau mit Pistole‘ (1972), ‚Mit dem Rücken zur Wand‘ (1974).