(1921-2007; schrieb auch als David Knight und Douglas Ring)

Richard Scott Prather wurde in Santa Ana, Kalifornien, geboren. Die Eltern trennten sich kurz nach seiner Geburt, und Richard wuchs daraufhin bei der Mutter und den Grosseltern in mehreren kalifornischen Städten auf, zuletzt in Riverside, wo er die High School absolvierte. Von 1940 bis 1941 studierte er ein Jahr am Riverside Junior College, den Rest des Zweiten Weltkrieges verbrachte er bei der Handelsmarine. Von 1945 bis 1949 arbeitete er bei der zivilen Luftwaffe in Riverside. Anschliessend liess er sich mit seiner Frau in Laguna Beach nieder, machte das Schreiben zum Hauptberuf und wurde – mit einer Gesamtauflage von rund 40 Millionen – einer der erfolgreichsten Krimiautoren der Nachkriegszeit. Dem Vernehmen nach schrieb er mindestens sechzehn Stunden pro Tag, und dies an sieben Tagen die Woche. Während seiner 25 Jahre anhaltenden Blütezeit als Autor wechselte Prather mit seiner Frau ein Dutzend Male den Wohnsitz – verschiedene kalifornische Orte, Arizona und Mexico City waren die Stationen.

Prathers Serienheld ist der Ex-Marine Sheldon Scott, genannt Shell, ein mutiger, in Los Angeles arbeitender Privatdetektiv mit einem sonnigen Gemüt, der seine Fälle lieber mit den Fäusten und der Waffe als mit Scharfsinn löst – eine humoristische Variante von Mickey Spillanes Mike Hammer. Shell Scott, ein gross gewachsener Ex-Marine mit fast weissen Augenbrauen, mehrfach gebrochener Nase und einem von einer Kugel zerfetzten linken Ohr, lebt in einer kleinen Wohnung im Spartan Apartment Hotel in Hollywood, kurvt mit seinem klapprigen kanariengelben Cadillac durch Hollywood, die .38er stets im Schulterhalfter, geniesst das Leben, liebt schöne Frauen und ist jederzeit für einen Drink (am liebsten Brandy, zur Not tut’s auch ein trockener Martini) zu haben. Sein bester Freund ist Captain Phil Sampson von der Mordkommission des LAPD.

In seinen schnellen, actionreichen, nicht sehr tief gehenden Krimis, die im Verlauf der 39-teiligen Serie immer mehr mit satirischen Elementen angereichert sind, besticht Prather mit geschickter Handlungsführung und scharf geschliffenen Dialogen. ‚Double in Trouble‘, von Prather gemeinsam mit Stephen Marlowe verfasst, sieht Shell Scott Seite an Seite von Marlowes Held Chet Drum im Kampf gegen eine korrupte Gewerkschaft.

Nachdem sich Prather Mitte der 70er-Jahre mit seinem Verleger überworfen hatte, stellte er die Schreibmaschine in die Ecke, zog auf eine kalifornische Ranch und vertrieb sich die Zeit zehn Jahren lang mit Golfspiel und Avocado-Zucht. Ende der 80er-Jahre kehrte er mit zwei (nicht ins Deutsche übertragenen) Shell Scott-Titeln zurück, ohne jedoch an die früheren Erfolge anknüpfen zu können.

Knapp drei Jahre nach seiner Frau Tina, mit der er 58 Jahre verheiratet war, starb Prather 85-jährig in seinem Haus in Sedona, Arizona, wo das Ehepaar den Lebensabend verbracht hatte.

Bibliografie:

Shell Scott-Serie: ‚Case of the Vanishing beauty‘ – ‚Die Galgenvöglein‘ (auch unter dem Titel ‚Mexico-Bar‘, 1950), ‚Bodies in Bedlam‘ – ‚Einer tanzte aus der Reihe‘ (auch unter dem Titel ‚Maskiert‘, 1951), ‚Everybody Had a Gun‘ – ‚Keiner war waffenlos‘ (auch unter dem Titel ‚Blaue Bohnen zum Frühstück‘, 1951), ‚Find this Woman‘ – ‚Schräge Vögel in Las Vegas‘ (auch unter den Titeln ‚Karneval in Las Vegas‘ und ‚Gefährliche Schönheit‘, 1951), ‚Way of a Wanton‘ – ‚Teilhaber des Todes‘ (auch unter dem Titel ‚Dollarkätzchen‘ 1952), ‚The Scrambled Yeggs‘ (zuerst als Douglas Ring unter dem Titel ‚Pattern for Murder‘) – ‚Die Gangster-Molly‘ (1952), ‚Lie Down Killer‘ – ‚Das schmutzige Spiel‘ (auch unter dem Titel ‚Nächtliche Begegnung‘ (1952), ‚Darling, It’s Death‘ – ‚Der Gorilla schickte seine Puppe‘ (auch unter den Titeln ‚Sein gefährlichster Auftrag‘ und ‚Sicherheit war nirgendwo‘, 1952), ‚Ride a High Horse‘ (auch unter dem Titel ‚Too Many Crooks‘ – ‚Das Netz zerriss‘ (auch unter den Titeln ‚Korruption‘ und ‚Das Luxusweibchen‘, 1953), ‚Always Leave ‚em Dying‘ – ‚Lasst alle tot zurück‘ (auch unter dem Titel ‚Mord im verschlossenen Haus‘, 1954), ‚Pattern for Panic‘ – ‚Kleines Luder Juanita‘ (1954), ‚Strip for Murder‘ – ‚Mörder-Striptease‘ (auch unter dem Titel ‚Shell Scott ist unbestechlich‘ 1955), ‚The Wailing Frail‘ – ‚Des Killers Töchterlein‘ (auch unter dem Titel ‚Gangster unter sich‘, 1956), ‚Slab Happy‘ – ‚Ruhe sanft, Darling‘ (auch unter dem Titel ‚Verlorenes Spiel‘, 1958), ‚Take a Murder, Darling‘ – ‚Der Wolf und die sieben Mädchen‘ (auch unter Titel ‚Vulkane der Leidenschaft‘, 1958), ‚Over her Dead Body‘ – ‚Wenn die Puppen singen‘ (1959), ‚Dance with the Dead‘ – ‚Mörder, Mädchen und Pistolen‘ (1960), ‚Dig That Crazy Grave‘ – ‚Drei frische Gräber‘ (1961), ‚Kill the Clown‘ – ‚Die Mafia bittet zum Tanz‘ (1962), ‚Dead Heat‘ – ‚Mord auf der Rennbahn‘ (1963), ‚The Trojan Hearse‘ – ‚Alice im Mörderland‘ (1964), ‚Joker in the Deck‘ – ‚Striptease-Poker‘ (1964), ‚The Crockeyed Corpse‘ – ‚Cowgirls küssen kesser‘ (1964), ‚Dead Man’s Walk‘ – ‚Die Hexe mit den heissen Höschen‘ (1965), ‚Kill him Twice – ‚Die Bienen aus dem Monsterfilm‘ (1965), ‚The Meandering Corpse‘ – ‚Das heisse Mädchen‘ (1965), ‚The Kubla Kahn Caper‘ – ‚Das Schätzchen aus dem Show-Hotel‘ (1966), ‚Gat Heat‘ – ‚Mord im Sexclub‘ (1967), ‚The Cheim Manuscript‘ – ‚Zieh dich aus, sonst knallt’s‘ (1969), ‚Kill Me Tomorrow‘ – ‚Lulu und die Mafia‘ (1969), ‚Dead-Bang‘ – ‚Auf Wiedersehen im Himmelbett‘ (1971), ‚The Sweet Ride‘ (1972), ‚The Sure Thing‘ (1975), ‚The Amber Effect‘ (1986), ‚Shellshock‘ (1987);

‚Dagger of Flesh‘ – ‚Phoenix-Hotel, Zimmer 511‘ (1952).

Als David Knight: ‚Dragnet: Case No. 561‘ (1956)

Als Douglas Ring: ‚The Peddler‘ – ‚Syndikat der Sünde‘ (1952).

Gemeinsam mit Stephen Marlowe: ‚Double in Trouble‘ (1959).