(Pseudonym für Kenneth Giggal, *1927)

Geboren in Dewsbury, West-Yorkshire, ging Kenneth Giggal mit siebzehn freiwillig zur Royal Navy, um im letzten Kriegsjahr gegen die Deutschen zu kämpfen. 1952 verliess er die Armee und nahm einen Job im Management des Verlagshauses D.C. Thompson & Co. an. Anschliessend arbeitete er zehn Jahre als Journalist an der Fleet Street. 1970 liess er sich mit Frau und Tochter im Norden der Grafschaft Yorkshire nieder und machte das Schreiben zum Hauptberuf.

Unter dem Pseudonym Angus Ross verfasste Giggal drei nicht ins Deutsche übersetzte Krimis und die 16-teilige Serie um die Agenten Marcus Aurelius “Mark” Farrow (Ich-Erzähler) und Charles McGowan (Farrows Vorgesetzter) vom britischen Geheimdienst MI6, zwei gegensätzliche, jedoch ausgezeichnet zusammenarbeitende Spezialisten für heikle Missionen in Europa – neben England und Schottland gehören auch Deutschland, Holland, Luxemburg und Spanien zu den Schauplätzen.

Farrow ist ein offenherziger und lebenfroher Bursche mit Gardemassen, der seinen Mitmenschen meistens mit Respekt begegnet und eine enge Beziehung zu seiner verheirateten Schwester pflegt. McGowan hingegen, stets stilsicher gekleidet, ein kaltschnäuziger, berechnender, dominant auftretender Agent, geht ganz in seinem Beruf auf und scheint sich kein Privatleben zu gönnen.

Als Einstieg in die Reihe empfiehlt sich der erste Titel ‚Die Manchester-Connection‘, in dem der Werdegang des Ich-Erzählers aufgezeichnet ist. Seit sechzehn Jahren im Manchester in der Werbung tätig, wird der ehemalige Marinesoldat eines Nachts Zeuge eines gewaltsamen Todes: Ein junges Mädchen aus gutem Haus gerät unter die Räder eines dahinbrausenden Wagens, vollgepumpt mit Drogen. Da die Polizei kein grosses Interesse an dem Fall zu bekunden scheint, avanciert Farrow auf Drängen der fassungslosen Familie zum Detektiv. Bei seinen Ermittlungen stösst er in ein Wespennest, mehrere Anschläge auf sein Leben werden verübt. Doch Farrow lässt sich nicht beirren, beweist Mut und Zähigkeit, und löst den Fall auf seine Weise, so dass der ebenfalls involvierte Geheimdienst auf ihn aufmerksam wird.

Danach jedoch ist chronologisches Lesen nicht mehr von Belang, erzählt doch jeder Band eine in sich geschlossene – sich stets nur über wenige Tage erstreckende – Geschichte. Die in knappem Stil erzählten, ganz auf den Fall fokussierten und mit scharf gezeichneten Figuren aufwartenden Romane stellen eine unterhaltsame Lektüre dar, auch wenn die deutschsprachigen Versionen nicht immer über alle Zweifel erhaben sind.

Bibliografie

Marcus Farrow & Charles McGowan-Serie: ‚The Manchester Thing‘ (auch unter dem Titel The Manchester Connection‘) – ‚Die Manchester-Connection‘, 1970), ‚The Huddersfield Job‘ – ‚Der Job in Huddersfield‘ (1971), ‚The London Assignment‘ – ‚Ein Auftrag in London‘ (1972), ‚The Dunfermline Affair‘ – ‚Die Affäre in Dunfermline‘ (1973), ‚The Bradford Business‘ – Geschäfte in Bradford‘ (1974), ‚The Amsterdam Diversion‘ – ‚Austausch in Amsterdam‘ (1974), ‚The Leeds Fiasco‘ – ‚Fiasko in Leeds‘ (1975), ‚The Edinburgh Exercice‘ – ‚Einsatz in Edinburgh‘ (1975), ‚The Ampurias Exchange‘ – ‚Anschlag in Ampurias‘ (1976), ‚The Aberdeen Conundrum‘ – ‚Aufregung in Aberdeen‘ (1977), ‚The Burgos Contract‘ (1978), ‚The Congleton Lark‘ (1979), ‚The Hamburg Switch‘ – ‚Hasard in Hamburg‘ (1980), ‚The Menwith Tangle‘ (1982), ‚The Darlington Jaunt‘ – ‚Todesflug nach Darlington‘ (1983), ‚The Luxembourg Runa‘ (1985), ‚The Tyneside Ultimatum‘ (1988), ‚The Leipzig Manuscript'(1989);

Einzelwerke: ‚Bad April‘ (1984), ‚Doom Indigo‘ (1989), ‚The Last One‘ (1992).