(1944-2011)

Geboren in Freiburg im Breisgau als Sohn einer Sekretärin und eines Juristen und Verlegers, verbrachte Peter Paul Zahl seine Kindheit in Mecklenburg, bis er 1953 mit seinen Eltern in die Nähe von Düsseldorf zog. Nach der Lehre als Offsetdrucker in Düsseldorf setzte er sich 1964 nach Westberlin ab, um der Einberufung in die Bundeswehr zu entgehen. Er bewegte sich in APO-Kreisen, betrieb mit seiner ersten Frau eine kleine Druckerei mit Kleinverlag, besuchte Literaturvorlesungen an der Freien Universität und begann zu schreiben. Er war Mitherausgeber der anarchistischen, von 1969 bis 1972 erschienenen Berliner Wochenzeitung ‚Agit 883‘ und Begründer und Herausgeber von ‚SPARTACUS‘:  Zeitschrift für lesbare Literatur‘, die von 1967 bis 1972 erschienen ist. Nachdem er bei einer Fahrzeugkontrolle einen Polizisten lebensgefährlich angeschossen hatte, tauchte er 1972 in Essen unter, wurde jedoch nach kurzer Zeit verhaftet und zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Dort schrieb er den in Berlin-Kreuzberg spielenden Schelmenroman ‚Die Glücklichen‘, der zum Kultbuch avancierte, sowie zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Essays.

Nach seiner vorzeitigen Entlassung im Dezember 1982 engagierte sich Zahl für die linksrevolutionären Bewegungen auf Grenada und in Nicaragua. 1984 verbrachte er einige Zeit in der Toscana und auf den Seychellen, ehe er sich 1985 in Long Bay auf Jamaika niederliess, dort eine vielköpfige Familie gründete – und tiefe kulturelle und sozialpolitische Spuren setzte.

1994 erweckte Zahl den jamaikanischen Ex-Bullen und heutigen Privatdetektiv Aubrey Fraser, genannt „Ruffneck“ oder „Ruffi“, zum Leben, die Hauptfigur einer ursprünglich auf vierzehn Bände – für jeden der jamaikanischen Bezirke einen – angelegten Serie. Ruffneck, Vater zahlreicher Kinder von fünf oder sechs verschiedenen Frauen (zwei Kinder entstammen seiner zurzeit relativ festen Partnerin Valerie) ist ein liebenswerter, fast pausenlos kiffender Müssiggänger, der sich hin und wieder dazu aufrafft, zusammen mit seinem langjährigen Freund, dem in San Antonio stationierten Polizisten Dean „Prento“ Campbell, Verbrechern das Handwerk zu legen. Die Romane befassen sich mit den Problemen der Insel – Sextourismus, Homophobie, Drogenhandel, Korruption, organisierte Kriminalität, Hahnenkämpfe usw. -, doch auch den schönen Seiten Jamaikas und Gesprächen über Gott und die Welt wird viel Platz eingeräumt.

2002 publizierte Zahl den historisch belegten Roman ‚Der Domraub‘, die Geschichte seines früheren Knastgenossen Vladimir Heiter – jugoslawischer Ex-Partisan, wortgewandter Liebhaber schöner Frauen und der deutschen Literatur und professioneller Kunstdieb -, dem die Plünderung der Schatzkammer des Kölner Doms zur Last gelegt wird.

2011, im Alter von 66 Jahren, erlag Peter-Paul Zahl im Krankenhaus von Port Antonio, Jamaika, einer Krebserkrankung. Er hinterliess seine langjährige Lebenspartnerin Deborah Clark.

Bibliografie:

Fraser & Prento-Serie: ‚Der schöne Mann‘ (1994), ‚Nichts wie weg‘ (1995), ‚Teufelsdroge Cannabis‘ (auch unter dem Titel ‚Miss Mary Huana‘, 1995), ‚Lauf um dein Leben‘ (1996), ‚Im Todestrakt‘ (2004), ‚Kampfhähne‘ (2005);     

Einzelwerk: ‚Der Domraub‘ (2002).