(1918-1985)

Torben Nielsen kam in Vedslet Sogn, auf der dänischen Insel Jütland, zur Welt. Er hatte fast dreissig Jahre Erfahrung bei der Kopenhagener Polizei (zuerst als Angehöriger der berittenen Truppe, dann der Kriminalpolizei), als er Ende der 60er-Jahre zu schreiben begann. Sein literarisches Werk enthält zehn Krimis für Erwachsene, vier Krimis für Jugendliche (Nold-Serie), mehrere Hörspiele und autobiografische Schriften. Drei seiner Krimis wurden verfilmt. Im Alter von 66 Jahren starb er an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

International bekannt wurde Nielsen mit seinen einzigen auf Deutsch vorliegenden Büchern ‚Neunzehn rote Rosen‘ und ‚Das Galgenlied‘, beide aus dem Jahr 1973, in denen der Kopenhagener Kriminalkommissar Ancher, ein 62-jähriger verheirateter Vater zweier erwachsener Kinder, mit seinem kleinen Team am Werk ist. Ancher ist ein hartnäckiger, mit der menschlichen Seele und allen Schichten der skandinavischen Gesellschaft vertrauter Fahnder – ein dänischer Maigret. Und seine Aufklärungsquote beim Morddezernat beläuft sich auf sagenhafte 98%.

‚Neunzehn rote Rosen‘ ist die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Geliebte vor einem Jahr von einem Auto überfahren wurde – im Fahrzeug sassen zwei verheiratete Männer und zwei Frauen, aber nicht ihre eigenen, und alle waren sturzbetrunken. Nach einem schlimmen seelischen Zusammenbruch wieder Herr seiner Sinne, hat der junge Mann nur noch ein Ziel vor Augen: Blutige Rache an den vier Personen, die sein Leben zerstört haben. Doch nicht die Schuldigen sollen daran glauben, sondern die Menschen, die ihnen am nächsten stehen. Zwischen dem raffinierten, immer wieder in neue Rollen schlüpfenden Mörder und Kommissar Ancher entspannt sich ein atemloser Wettkampf gegen die Zeit.

‚Das Galgenlied‘ beginnt mit dem Tod des bildhübschen, von den Frauen begehrten Sängers und Laienschauspielers Kent Berner: Dem Anschein nach hat er sich wegen Liebeskummer in seiner kleinen Wohnung erhängt, doch laut seinen Bekannten war Kent ein lebensfroher junger Mann, frisch verliebt und voller Tatendrang. Kurz danach wird ein 14-jähriges Mädchen, das eine wichtige Aussage zu diesem Todesfall machen wollte, mit zertrümmertem Schädel aufgefunden – für Ancher ist jetzt klar, dass Kent nicht durch eigene Hand ums Leben kam. Als wenig später die 8-jährige Lisbeth vergewaltigt und ermordet wird, gerät die Stadt in Aufruhr, und dem Kommissar stellt sich die Frage, ob es zwischen den drei Verbrechen ein Bindeglied gibt.

Bibliografie:
Kriminalkommissar Ancher-Romane: ‚Tilfoeldet Lisa Kjeldsen‘ (1971), ‚N’tten rode roser‘ – ‚Neunzehn rote Rosen‘ (1973), ‚Galgesangen‘ – ‚Das Galgenlied‘ (1973), ‚At elske er at do‘ (1976), ‚Terror‘ (1976), ‚Truet pa livet‘ (1984);
‚Taendstikleg‘ (1972), ‚Tredive meter ned‘ (1973), ‚Enkejagt‘ (1975), ‚Voldtaegt‘ (1979).