(1908-1999; schrieb auch als Jeremy Kirk)

Richard Pitts Powell, geboren und aufgewachsen in Philadelphia, Pennsylvania, studierte Geschichte an der Princeton University, Abschluss 1930. Anschliessend arbeitete er als Reporter der Zeitung ‚Philadelphia Evening Public Ledger‘. Im Zweiten Weltkrieg war er General MacArthurs leitender Nachrichtenzensor im Pazifik. Nach dem Krieg stieg er zum Vizepräsidenten des Informationsdienstes der traditionsreichen Anzeigenagentur ‚N.W. Ayer & Son‘ in Philadelphia auf, für die er bereits 1940/41 tätig gewesen war. 1958, fünfzehn Jahre nach seinem Debüt als Krimiautor, liess er sich mit seiner Familie in Florida nieder, um das Schreiben fortan im Hauptberuf zu betreiben.

Powell veröffentlichte insgesamt neunzehn Romane – Komödien, historische Romane, den Bridge-Roman ‚Teuflische Spiele‘ und zehn Krimis -, von denen vier verfilmt wurden. Seine ersten fünf Krimis sehen das Detektivehepaar Arabella „Arab“ und Andy Blake aus Philadelphia als Hauptpersonen. Der Durchbruch gelang Powell 1957 mit seinem (auch heute noch am höchsten eingestuften) Roman ‚Der Mann aus Philadelphia‘ (im Original: ‚The Philadelphian‘), der Geschichte von vier Generationen einer irischen Einwandererfamilie in Philadelphia 1857 bis 1956, die mit Paul Newman in der Hauptrolle verfimt wurde. Powell pendelte zwischen Brant Beach, New Jersey, und Fort Myers, Florida, wo er 91-jährig starb. Er hinterliess seine zweite Fau Margaret, die er 1980 geheiratet hatte, seine beiden Kinder aus erster Ehe, Stephen und Dorothy, und zahlreiche Enkel.

Der Kriegsheimkehrer Bill Wayne steht im Mittelpunkt des Einzelwerks ‚Lasst Kugeln sprechen‘, dessen Vorlage ‚Say it with Bullets‘ kürzlich in der berühmten Reihe ‚Hard Case Crime‘ wieder aufgelegt worden ist. Bill bleibt nach dem Zweiten Weltkrieg in China hängen und gründet dort mit seinen fünf Kumpanen Russ, Ken, Frankie, Cappy und Domenic eine Fluglinie. Dann kommen die Kommunisten ans Ruder, eine Massenflucht beginnt, und die Jungs um Bill geraten arg in Bedrängnis. Mit ein paar ergaunerten Kisten Gold an Bord soll’s in die USA gehen, doch kurz vor der Abreise liegt Bill mit einer Kugel im Rücken auf dem Flugfeld. Er überlebt die Verletzung, kann nach Amerika fliehen, wo gleich wieder auf ihn geschossen wird. Bill macht sich nun auf die Suche nach dem Täter, den er unter seinen fünf ehemaligen Kameraden vermutet. Als diese aber reihenweise umgenietet werden, ist ihm klar, dass ein unbekannter Sechster an der Schatzsuche teilnimmt (das Gold ist damals in einem See gelandet).

Bibliografie:

Arab & Andy Blake-Serie: ‚Don’t Catch Me‘ (auch unter dem Titel ‚The Case of the Curious Chair, 1943), ‚All Over But the Shooting‘ (1944), ‚Lay that Pistol Down‘ (1945), ‚Shoot if You Must‘ (1946), ‚And Hope to Die‘ – ‚Auf Ehre und Gewissen‘ (1947);

Standalones: ‚Shark River‘ – ‚Der Haifisch-Fluss‘ (1949), ‚Shell Game‘ – ‚Das Muschelspiel‘ (1950), ‚A Shot in the Dark‘ (auch unter dem Titel ‚Leave Murder to me‘ – ‚Hilf mir Johnny!‘ (1952), ‚Say it with Bullets‘ – ‚Lasst Kugeln sprechen‘ (1953), ‚False Colours‘ (auch unter dem Titel ‚Masterpiece in Murder‘) – ‚Falsche Farben‘ (1954).