(1932-2003)

Gavin Lyall kam in Birmingham, in den West Midlands, zur Welt und besuchte dort von 1943 bis 1951 die King Edward VI School. In den zwei folgenden Jahren diente er als Pilot bei der Royal Air Force. Anschliessend studierte er am Pembroke College in Cambridge, gab die College-Zeitung heraus und schloss 1956 in Englisch ab. Es folgten einige Jahre als Journalist bei verschiedenen Zeitungen (unter anderem als Reporter und Luftfahrt-Korrespondent für die ‚Sunday Times‘) und der BBC sowie als Englischlehrer in Cambridge. 1958 heiratete er die Autorin und Journalistin Katharine Whitehorn, mit der er in Hampstead im Norden Londons lebte und zwei Söhne hatte.

In den 60er-Jahren konnte sich Lyall allmählich als Krimiautor etablieren. Als begeisterter Pilot schrieb er zunächst einige Spannungsromane rund um die Fliegerei, von denen der 1975er Titel ‚Land der Verräter‘ am meisten Zuspruch erhielt. Nach einer langen Schreibblockade veröffentlichte Lyall in den 80er-Jahren die vierbändige Reihe um den ehemaligen SAS-Offizier Harry Maxim, Bindeglied zwischen der britischen Armee und dem Premierminister, ein Mann fürs Grobe. In diesen Romanen zeigt sich Lyall als intelligenter Erfinder von geheimdienstlichen Komplotten, als Meister des ökonomischen Stils und der lebensnahen Darstellung seiner Haupt- und Nebenakteure.

‚Die Ehre der Spione‘, Lyalls letztes ins Deutsche übertragenes Werk (der Auftakt zu einer vierteiligen historischen Serie), spielt in den Jahren unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. Der britische Geheimdienst steckt noch in den Kinderschuhen, und Deutschland stellt Englands grösste Bedrohung dar. Nachdem unzählige britische Spione entlarvt worden sind, verlangt König George V. ultimativ, dass nun endlich eine anständige Geheimdienstorganisation aufgebaut wird: der Secret Service. Zu Recht, denn Captain Matthew Ranklin von diesem Dienst, sein Partner Conall O’Gilroy und die amerikanische Abenteurerin Corinna Finn kommen schon bald einer gewaltigen Verschwörung auf die Spur, die Europas Zukunft nachhaltig verändert hätte.

Neben seinen fünfzehn (zwischen 1961 und 1999 erschienenen) Krimis gab Gavin Lyall zwei Sachbücher über den Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg heraus. Er erlag 70-jährig einem Krebsleiden.

Bibliografie:

‚The Wrong Side of the Sky‘ – ‚Die harte Seite des Himmels‘ (1961), ‚The Most Dangerous Game‘ – ‚Das gefährlichste Gegenüber‘ (1963), ‚Midnight Plus One‘ – ‚Mitternacht plus eins‘ (1965), ‚Shooting Script‘ – ‚Juli! Pass auf!‘ (1966), ‚Venus With Pistol‘ – ‚Venus mit Pistole‘ (1969), ‚Blame the Dead‘ – ‚Schuldig sind die Toten‘ (1973), ‚Judas Country‘ – ‚Land der Verräter‘ (1975);

Major Harry Maxim-Serie: ‚The Secret Servant‘ – ‚Bis zum tödlichen Ende‘ (1980), ‚Conduct for Major Maxim‘ – ‚Auftrag für Major Maxim‘ (1982), ‚The Krokus List‘ – ‚Die Krokus-Liste‘ (1985), ‚Uncle Target‘ – ‚Über dem Jordan‘ (1988);

Historische Spionageromane: ‚Spy’s Honour‘ – ‚Die Ehre der Spione‘ (1993), ‚Flight from Honour‘ (1996), ‚All Honourable Men‘ (1997), ‚Honourable Intentions‘ (1999).