(1907-1978)

Edgar Lustgarten kam als Spross eines lettisch-jüdischen Anwalts in Manchester zur Welt und wuchs auch dort auf. Nach dem Jurastudium am St. John’s College in Oxford arbeitete er von 1930 bis 1940 in Manchester als Anwalt. Den Zweiten Weltkrieg war er eine wichtige Stimme bei einem Londoner Gegenpropaganda-Sender. Er benutzte dazu das Pseudonym Brent Word, um seine jüdische Abstammung zu verbergen.

Nach dem Krieg schlug Lustgarten eine Laufbahn bei Radio und Fernsehen ein, zunächst bei der BBC, ab 1954 bei der unabhängigen Gesellschaft Assiciated Television, und betreute in den 50er- und 60er-Jahren höchst erfolgreich mehrere Programme über wahre Verbrechen. Seine populärsten Serien für das Fernsehen waren ‚Scales of Justice‘ und ‚Scotland Yard‘, für das Radio ‚Advocate Extraordinary‘. Darüber hinaus verfasste Lustgarten (Spitzname: Mr. Murder) Artikel und Bücher über berühmte Kriminalfälle und drei Kriminalromane.

Seine vierzigjährige Ehe mit Joyce Goldstein endete 1972 mit ihrem Krebstod – ein Verlust, den Lustgarten nur schwer verkraften konnte. Mit 71 Jahren erlitt er einen plötzlichen Herztod, als er sich für Recherchen in einer Londoner Bibliothek aufhielt.

Lustgartens bekannteste Werke sind die True-Crime-Bücher ‚Verdict in Dispute‘ (1950), ‚The Woman in the Case‘ (1955) und ‚The Illustrated Story of Crime‘ (1976) und der Gerichtskrimi ‚Nicht schuldig‘ (1947), der 1951 unter dem Titel ‚The Long Dark Hall‘ in die Kinos kam – Rex Harrison und Lilli Palmer spielten die Hauptrollen.

‚Nicht schuldig‘ spielt über weite Strecken im Gerichtssaal. Arthur Groome, ein angesehener Berufsmann und liebevoller Familienvater, ist des Mordes an der Londoner Prostituierten Kate Haggerty angeklagt, deren verstümmelte Leiche im Soho aufgefunden wurde. Er hatte mit ihr ein Verhältnis, sein Alibi ist lückenhaft,  er verstrickt sich in Widersprüche („besser eine einleuchtende Lüge erzählen als eine unplausible Wahrheit“ ist offenbar sein Motto), doch er beteuert bis zuletzt seine Unschuld. Zwei brillante Juristen, der Staatsanwalt und der Verteidiger, ziehen alle Register ihres Könnens – bis zum erschütternden Finale. Lustgarten legt den Schwerpunkt seiner Erzählung stets auf die beteiligten Individuen und die Mechanismen von Gerichtsverhandlungen, während die polizeilichen Ermittlungen nur wenig Raum einnehmen.

Bibliografie:
‚A Case to Answer‘ (auch unter dem Titel ‚One More Unfortunate‘) – ‚Nicht schuldig‘ (1947), ‚Game for three Losers‘ (1952), ‚Turn the Light out as you Go‘ – ‚Mach das Licht aus, wenn du gehst‘ (1978).

++ Erstellt: September 2010 ++                                                            ++ Update: April 2017 ++