(1914-1981; schrieb auch als William Strathern)

Unterbrochen durch seinen Dienst bei der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg, arbeitete Hamilton Jobson dreissig Jahre als Polizist in England, ehe er von 1968 bis zu seinem Tod im Jahre 1981 sechzehn Krimis zu Papier brachte – spannungsgeladene, ehrliches Handwerk darstellende Geschichten, die in namenlosen oder fiktiven britischen Provinzorten angesiedelt sind. Im Fokus befinden sich oft unbescholtene Bürger, die ohne eigenes Verschulden ins Visier der Polizei oder krimineller Organisationen geraten und ihren Kopf erst in letzter Sekunde aus der Schlinge ziehen. Die Ermittler, unter ihnen als immer wieder auftretende Figur der charakterfeste, einfallsreiche Chief Inspector (und spätere Superintendent) Matt Anders, verharren derweil meistens etwas im Hintergrund.

Zu Jobsons besten Romanen gehört ‚Werkzeug für Erpresser‘ mit Richard Hogard als Hauptperson. Hogard war Chief Inspector, bis er den Mann, den er für den Geliebten seiner biestigen Frau hielt, tödlich verletzte und daraufhin verhaftet wurde. Nach zwei Jahren wieder auf freiem Fuss, unterstützt durch seinen Anwalt Sam Bates und seinen früheren Berufskollegen Chief Inspector Matt Anders, seine beiden engsten Freunde, beginnt er ein neues Leben. Er verliebt sich in die junge, warmherzige Witwe Clementine Shearer, die eine kleine Tochter hat, und führt mit den beiden während einiger Wochen ein recht unbeschwertes Leben. Dann aber wird Hogard von seiner Vergangenheit eingeholt, verkörpert durch den sadistischen Gangsterboss George Vickers, dessen Sohn er vor Jahren hinter Gitter gebracht hat.

In ‚Kontrakt mit dem Killer‘ steht für einmal ein Gangster im Mittelpunkt: Vic Prosser, ein skrupelloser, als Geschäftsmann getarnter Einzelgänger, der sich in der Unterwelt Respekt verschaffte, als er drei seiner Gegner umbrachte und die Frau eines Verräters vergewaltigte. An ihn wendet sich, wer einen unliebsamen Mitbürger einschüchtern, verunglimpfen, erpressen oder aus dem Weg räumen will – und bereit ist, dafür ein saftiges Honorar zu zahlen. Sein aktuelles Opfer ist George Fielding, ein netter, älterer Herr, der sein Restaurant partout nicht an den respektablen Geschäftsmann Clive Oates verkaufen will. Um Fielding endlich weich zu klopfen, spielt Prosser mit ihm ein derart gemeines Spiel, dass dieser, emotional aufgewühlt, einen Hirnschlag erleidet. Doch Prosser hat die Rechnung ohne Anne Dexter gemacht, eine junge, mutige Frau und gute Freundin Fieldings, die als Sekretärin für den Anwalt E.J. Ellis arbeitet, der wiederum das Bindeglied zwischen Oates und Prosser darstellt. Und Anne weiss Chief Inspector Anders an ihrer Seite.

‚Der sicherste Beweis‘ ist eine lupenreine Police Procedural Novel, angesiedelt in einer namenlosen Gegend, in der in den letzten Monaten drei Kinder ermordet wurden. Als ein kleines Mädchen nach der Schule nicht nach Hause kommt, deutet alles darauf hin, dass es das vierte Opfer des Kindermörders geworden ist. Der Verdacht fällt auf den Gelegenheitsarbeiter Peter Mellish, doch dieser hat für die Zeit der Entführung ein hieb- und stichfestes Alibi. Der Fall nimmt eine überraschende Wende, als Superintendent Matt Anders klar wird, dass er es mit zwei unabhängig voneinander operierenden Verbrechern zu tun hat. Und Mellish wird sein Alibi zum Verhängnis…

Bibliografie:

‚Therefore I Killed Him‘ (1968), ‚Smile and Be a Villain‘ (1969), ‚Naked to my Enemy‘ – ‚Werkzeug für Erpresser‘ (1970), ‚The Silent Cry‘ – ‚Der stumme Schrei‘ (1970), ‚House with Blind Eyes‘ (1971), ‚The Shadow that Caught Fire‘ – ‚Der Schatten hat viele Augen‘ (1972), ‚The Sand Pit‘ (1972), ‚Contract with a Killer‘ – ‚Kontrakt mit dem Killer‘ (1974), ‚The Evidence You Will Hear‘ – ‚Der sicherste Beweis‘ (1975), ‚Waiting for Thursday‘ – ‚Warten auf Donnerstag‘ (1977), ‚Judge Me Tomorrow‘ – ‚Richtet mich morgen‘ (1978), ‚To Die a Little‘ – ‚Ein bisschen sterben‘ (1978), ‚Exit to Violence‘ (1979), ‚Don’t Tell the Press‘ (1981), ‚Sleeping Tiger‘ (1982).

Als William Strathern: ‚Don’t Look for Me I’m Dead‘ (1981).