(1927-2000; schrieb auch als F. G. Clinton und R. Wright Campbell)

Robert Campbell, geboren in Newark, New Jersey, studierte Kunst am Pratt Institute in Brooklyn. Er nahm am Koreakrieg teil und war freischaffender Illustrator und Verfasser von Drehbüchern für Kinofilme und Fernsehserien, ehe er Mitte der 70er nach Carmel, an die kalifornische Central Coast, zog und dort seine ersten Romane herausgab, die sich jedoch schlecht verkauften. Zehn Jahre später, 57-jährig und in argen Geldnöten steckend, versuchte er sich auf Anraten eines Freundes als Krimiautor. Er stellte drei Serien auf die Beine, in denen ganz unterschiedliche Figuren – Flannery, Whistler und Hatch – im Mittelpunkt stehen.

Jimmy Flannery, Held einer elfteiligen, 1999 beendeten Serie, ist Kanalisationsinspektor, Wahlbezirks-Hauptmann der Demokraten, Wohltäter, Mädchen für Alles und eine Art Detektiv im multikulturellen 27. Stadtteil Chicagos; ein liebenswertes, umsichtiges, abgebrühtes Schlitzohr irischer Abstammung, das auf pragmatische Weise seine – nicht immer selbstlosen – Ziele verfolgt und im Viertel für Ordnung sorgt.

Whistler – er hat einen Vornamen, will ihn aber nicht preisgeben – ist der Protagonist der La-La-Land-Tetralogie (La steht für Los Angeles, das in der deutschen Übersetzung Glitzerland heisst), ein älterer, etwas sentimentaler Privatdetektiv und trockener Alkoholiker, der bei seiner Arbeit mit den düstersten Seiten Hollywoods – Snuff-Movies, Kinderpornographie, Satanismus, Mord – konfrontiert wird.

Campbells zwei Romane um den in Omaha stationierten Eisenbahndetektiv Jake Hatch, ein Veteran des Koreakriegs, harren der Übersetzung ins Deutsche.

Im Einzelwerk ‚Asche‘ kommen Campbells Stärken besonders gut zur Geltung: Unaufgeregte, lakonische Erzählweise, fein geschliffene Dialoge und die Fähigkeit, Verflechtungen zwischen Politik und organisiertem Verbrechen scharfsinnig und humorvoll auf den Punkt zu bringen. Im Mittelpunkt der temporeichen Geschichte, in der jeder jeden hereinzulegen versucht, stehen der betrügerische Kredithai Alfonso ‚Puffy‘ Pachoulo und der ausgekochte und desillusionierte Cop Eddie „Panama“ Heath (er trägt seit zwanzig Jahren denselben Panamahut), die sich in Los Angeles, der Stadt, die von Träumen lebt, bis aufs Blut bekämpfen.

Robert W. Campbell war ein eingefleischter Junggeselle. Er starb 73-jährig in einem Krankenhaus in Monterey, Kalifornien.

Bibliografie:

Jimmy Flannery-Serie: ‚The Junkyard Dog‘ – ‚Kettenhund‘ (1986), ‚The 600 Pound Gorilla‘ – ‚Der eiskalte Gorilla‘ (1987), ‚Hip-Deep in Alligators‘ – ‚Krokodile weinen nicht‘ (1987), ‚The Cat’s Meow‘ – ‚Boulevard der Lämmer‘ (auch unter dem Titel ‚Jimmy Flannery und die verschwundenen Mädchen‘, 1988), ‚Thinning the Turkey Head‘ (1988), ‚Nibbled to Death by Ducks‘ (1989), ‚The Gift Horse’s Mouth‘ (1990), ‚In a Pig’s Eye‘ (1991), ‚Sauce fort he Goose‘ (1994), ‚The Lion’s Share‘ (1996), ‚Pigeon Pie‘ (1998);

La-La-Land-Serie: ‚In La-La Land We Trust‘ – ‚Glitzerland‘ (1986), ‚Alice in La-La Land – ‚Alice im Glitzerland‘ (1987), ‚Sweet La-La Land‘ – ‚Dämmerung im Glitzerland‘ (1990), ‚The Wizard of La-La Land'(1995);

Jake Hatch-Romane: ‚Plugged Nickel‘ (1988), ‚Red Cent‘ (1989);

Einzelwerke: ‚Juice‘ – ‚Asche‘ (1988), ‚Boneyards‘ (1992).

Als F. G. Clinton: ‚The Tin Cop‘ (1993).