(*1950)

Mark SaFranko wurde in Trenton, New Jersey, als Sohn einer aus Europa eingewanderten, streng katholischen Arbeiterfamilie geboren und absolvierte die Notre Dame High School in Lawrenceville, New Jersey. Später verrichtete er ungezählte Jobs, unter anderem als LKW-Fahrer, Verkäufer, Theaterschauspieler, Barmusiker und Reporter, und verfasste nebenbei seine ersten Stories. Viele seiner über hundert Kurzgeschichten sind in bedeutenden Zeitschriften wie ‚Ellery Queen’s Mystery Magazine‘ und ‚The MacGuffin‘ erschienen. Darüber hinaus macht er als Essayist, Lyriker, Dramatiker, Aquarellkünstler und Singer-Songwriter von sich reden. Er lebt mit seiner Frau Lorrie Foster in Montclair, New Jersey.

SaFrankos durch Georges Simenons „romans durs“ inspiriertes Romanwerk, bestehend aus dem autobiografisch gefärbten Max Zajack-Zyklus und sechs Romans noirs, stiess in Frankreich von Anfang an auf grosse Resonanz, während es in den Vereinigten Staaten teilweise unveröffentlicht blieb. Im deutschsprachigen Raum debütierte SaFranko 2023 bei PULP MASTER mit ‚Amerigone‘ – ein Höllenritt durch die Vereinigten Staaten, eine kompromisslose Parabel auf Sittenzerfall und Verrohung der kapitalistischen Gesellschaft.

Parker Saturn und Iwan Rubleski, Hightech-Berater in verschiedenen Niederlassungen der gleichen Firma, treffen sich in einem Hotel in Manhattan zu einer Besprechung – es ist ihre erste Begegnung. Sie plaudern ein wenig über Nichtigkeiten, bis ein junger Kellner das Frühstück ins Zimmer bringt. Rubleski ersticht ihn grundlos. Dann nimmt er Saturn mit auf die Reise in Richtung Westen, der sich dieser, gelähmt vor Angst, aber auch fasziniert von Rubleskis wahnsinnigem Treiben, nicht entziehen kann. Nach weiteren völlig sinnlosen Morden stellt Saturn dem Killer die naheliegende Frage: „Warum tun Sie das?“ – „Es gibt keinen Grund, es gibt keine Erklärung.“ – „Und was soll das jetzt sein? Existentialistischer Nihilismus?“ – Rubleski gähnt. „Nenn es wie du willst. Völlig egal … Du musst einfach chillen … loslassen … entspannen.“ Irgendwann fällt Parker auf, dass Rubleski ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Der Trip geht weiter, an die kalifornische Küste, und hier geschieht der Mord, der alles über den Haufen wirft.

Dough Guthrie, ein alleinstehender trockener Alkoholiker Anfang sechzig, betreibt seit sieben Jahren höchst erfolgreich die Beziehungsberatungs-Webseite „Professor Romance“, seine demente Mutter hat er in einem Pflegeheim untergebracht. Der Autor Lance Bertovich, verheirateter Vater eines kleinen Jungen, liefert ihm jede Woche einen Text für die verzweifelte Kundschaft dazu. Einer von ihnen ist Norman Bright ein kleinwüchsiger, unscheinbarer Angestellter ohne sexuelle Erfahrung, der bei seinen linkischen Bemühungen, seine attraktive Arbeitskollegin Cynthia zu erobern, auf Granit stösst, obwohl er die Anleitungen des Professors minuziös befolgt. Die drei sich als Erzähler abwechselnden Protagonisten eint die Sehnsucht nach einer erfüllenden Beziehung mit einer Frau, doch bald ist klar, dass keinem von ihnen Glück widerfahren wird. DiFranko erzählt die lose an Nathanel Wests Roman ‚Miss Lonelyhearts‘ angelehnte Geschichte mit einer gehörigen Portion teils trockenen, teils bissigen Humors, streut immer wieder hochkomische Szenen ein – und am Schluss fliegen die Fetzen. ‚Dear Professor Romance‘: eine Höllenfahrt auf dem Schlachtfeld der Liebe.

Bibliografie:

‚The Favor‘ (1987), ‚Hopler’s Statement‘ (1998), ‚No Strings‘ (2012), ‚The Suicide‘ (2014), ‚One False Step‘ (Erstveröffentlichung 2018 in Frankreich unter dem Titel ‚Un faux pas‘), ‚Amerigone‘ – ‚Amerigone‘ (Erstveröffentlichung 2023 in Deutschland), ‚Dear Professor Romance‘ – ‚Dear Professor Romance‘ (Erstveröffentlichung 2025 in Deutschland).