(*1948)

Kem Nunn (Kem ist die Kurzform von Kemp, dem Vornamen seines Grossvaters) wurde im Pomona Valley, Los Angeles County, geboren, wo er als Einzelkind aufwuchs. Nach der Highschool ging er an die südkalifornische Küste und tauchte tief in die Surfszene ein. Später holte er ein Studium in kreativem Schreiben an der University of California in Irvine nach. Es folgten Jobs als Hafenarbeiter in Newport und Mandolinenspieler bei einer Bluegrass-Band. Anfang der 80er-Jahre kam Nunn zum Schreiben. Neben sechs Romanen verfasste er Artikel für das ‚Surf Magazine‘ und ein paar Drehbücher für Fernsehserien (‚Sons of Anarchy‘, die Surf-Serie ‚John from Cincinnati‘ und die Western-Serie ‚Deadwood‘). Nach längerem Aufenthalt in der nordkalifornischen Pazifikküstenstadt Bodega lebt er heute in dem ebenfalls am Pazifik gelegenen Städtchen South Laguna, Orange County, Kalifornien. Er ist geschieden und hat eine erwachsene Tochter. Der Erfinder des „Surf Noir“ wird in den Vereinigten Staaten als Kultfigur verehrt.

Kem Nunns monumentaler Roman ‚Wo Legenden sterben‘, eine feine Mischung aus Thriller, Fantasy- und Abenteuerroman, gewürzt mit poetischen Landschaftsschilderungen, spielt im sagenumwobenen Ort „Heart Attacks“ an der Küste Nordkaliforniens, dem Brutgebiet der weissen Haie, wo vier die höchste Welle suchende Männer – die exzentrische, seit Jahren verschollen geglaubte Surf-Legende Drew Harmon, der abgehalfterte Fotograf Jack Fletcher, früher Garant für spektakuläre Surf-Aufnahmen, und zwei junge Profisurfer – und die in ihren Reservaten vegetierenden Indianer heftig aufeinander prallen. Zwischen den Fronten: Kendra Harmon, Drews schöne, psychisch labile Frau, die nach einem tödlichen Zwischenfall von drei Indianern entführt, gequält und vergewaltigt wird – und sich daraufhin zur Hexe entwickelt; und Travis McCabe, Leiter des Büros für Indianer-Angelegenheiten, der eine Art Vermittlerrolle einnimmt und dafür beinahe mit seinem Leben bezahlt.

Bibliografie :

‚Tapping the Source‘ – ‚Wellenjagd. Nacht über Surf City‘ (1984), ‚Unassigned Territory‘ (1986), ‚Pomona Queen‘ (1992), ‚The Dogs of Winter‘ – ‚Wo Legenden sterben‘ (auch unter dem Titel ‚Giganten. Wo Legenden sterben‘, 1997), ‚Tijuana Straits‘ (2004), ‚Chance‘ (2014).