(*1967)

K & B ist ein gegensätzliches Gespann, das in Berlin vor einigen Wochen eine Privatdetektei eröffnet hat – „Private Ermittlungen, Personenschutz, Security“ prangt auf ihrem schön gestalteten Empfangsschild, „Einzeln gefährlich, zusammen fast unschlagbar“ lautet ihr Motto.  K steht für den dreisten, redseligen, mit seinen Unterhaltszahlungen stets weit zurückliegenden Ex-Versicherungsvertreter Manfred Krollmann, B für den dürren, wortkargen Ex-Maurer und Ex-Berufssoldaten Klaus Biebert, der es in acht Jahren zwar nur zum Hauptgefreiten gebracht hat, sich aber mit Schusswaffen auskennt wie kaum ein zweiter. Strategieplanung, Brainstormings und andere wichtige Gespräche finden nicht in ihrem schäbigen Büro, sondern in der Quartierkneipe ‚Gute Laune Eck‘ statt, wo bereits ab 8 Uhr morgens Bier gezapft wird.

Der deutsche Autor Johannes Theodor Barkelt (vermutlich ein Pseudonym) stellte die beiden Schnüffler in den Mittelpunkt von drei pfiffigen, das Genre parodierenden Krimis, die um die Jahrtausendwende im Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen sind. Der Verlag liess damals verlauten, dass Barkelt sich schon früh den Zwängen und Anforderungen von Familie und Gesellschaft verweigerte, nach kurzer militärischer Karriere mehrere Reisen unternahm und an verschiedenen Orten in Deutschland lebte, bis ihm ein befreundeter Arzt das Schreiben nahelegte, ein Rat, den Barkelt ernst nahm. Später soll er sich mit seiner Gefährtin, einer Medizinerin, in einem grossen Haus auf Teneriffa niedergelassen haben, um die Abgeschiedenheit zu geniessen und Zwergziegen zu züchten. So weit, so gut, man glaubt dies alles gerne.

Gesichert ist, dass die beiden frisch gebackenen Schnüffler, deren Berufskenntnisse hauptsächlich auf Krimis und Fernsehserien basieren, im ersten Roman ’Klarer Fall’ gleich einen fürstlich honorierten Beschattungsauftrag kriegen – es geht scheinbar um einen simplen Erpressungsfall, der jedoch bald in blutige Revierkämpfe im Berliner Rotlichtmilieu ausufert.

’Karibischer Traum‘, eine schnörkellose, mit feinem Humor erzählte und wunderbar-hirnrissigen Dialogen veredelte Geschichte, einer der raren Krimis, in denen kein Kapitaldelikt verübt wird, dreht sich um Diebstahl und Betrügerei im Soziotop Warenhaus – ein lohnendes, von der Kriminalliteratur vernachlässigtes Sujet. Auftraggeber ist ein versoffener, arbeitsloser „Ossi“ namens Röhn, dessen Frau Rita in einem grossen Berliner Kaufhaus arbeitete, bis sie kürzlich wegen angeblichen Diebstahls fristlos gefeuert wurde, und K & B sollen Material sammeln, das Ritas Vorgesetzte in ein schiefes Licht rückt bzw. Rita rehabilitiert – ein nervenaufreibender Undercover Job für Biebert, während Krollmann im Hintergrund die Fäden zieht.

Der dritte Roman ‚Glänzende Zeiten‘ beginnt mit einem Paukenschlag: Das K & B Büro ist total verwüstet, der Uralt-Computer, die Spesenkasse mit 300 DM und Bieberts Waffe sind verschwunden. Kurz danach werden die abgebrannten Detektive von einem international tätigen Wirtschaftsanwalt namens Hubert Dempewolf kontaktiert: Für ein Pauschalhonorar von 15’000 DM im Monat plus Spesen sollen sie langfristig für ihn im In- und Ausland Aufträge erledigen – so gesehen der ideale Klient. Dempewolf ist jedoch in Geldwäsche und ähnliches verstrickt, die Bullen des Landeskriminalamts sind ihm auf der Spur und zwingen K & B dazu, für sie die Drecksarbeit zu erledigen. Gelingt den beiden Ermittlern im Zweifrontenkrieg der grosse Befreiungsschlag?

Bibliografie:

K & B-Trilogie: ‚Klarer Fall‘ (1999), ‚Karibischer Traum‘ (2000), ‚Glänzende Zeiten‘ (2001).