(ungelüftetes Pseudonym, *1963)

Marcus Starck, geboren in Schwanenstadt, Salzkammergut, als Sohn eines Offiziers des österreichischen Bundesheers, aufgewachsen in Linz, Oberösterreich, studierte Elektrotechnik, Schwerpunkt technische Informatik, und Journalismus, nebenbei schrieb und redigierte er Artikel für Fachzeitschriften. Anschliessend fand er sich in der Geschäftsführung einer internationalen Verlagsgruppe wieder. 1998 übersiedelte er nach Australien und war dort bis 2000 Marketing Director des börsennotierten australischen Sexartikelanbieters adultshop.com.

Die Ankündigung seines Romans ‚SexDotCom‘ sorgte 2003 in Finanzkreisen offenbar für riesigen Wirbel, der gar zu handfesten Drohungen gegen den Autor und seinen Verleger (MAAS Verlag, Berlin) ausartete – Starck zog sich daraufhin mit seiner Frau und seinen sechs Kindern an einen geheimen Ort in Westaustralien zurück, nahm sein englisch klingendes Pseudonym und die australische Staatsbürgerschaft an und konzentrierte sich fortan auf das Verfassen von Artikeln, Einträgen in sein (im Oktober 2012 dem Anschein nach eingestelltes) Blog marcusstark.com und eines zweiten Romans, der 2012 als eBook herauskam.

Recht erstaunlich, diese ganze Aufregung um ‚SexDotCom‘, denn dies ist zwar durchaus ein kenntnisreich geschriebener und die New Economy wüst in die Pfanne hauender Börsen- und Cybersex-Thriller – doch wer wusste damals, in den 90er-Jahren, nicht, mit welchen Methoden (Insidergeschäfte bis zum Abwinken!) grosskotzig spekuliert wurde, um dann Milliarden Dollar in den Sand zu setzen und die Kleinanleger ins Verderben zu reiten.

Die sehr unterhaltsame, an brutalen Szenen reiche Erzählung dreht sich um die Gründung bzw. Börsenplatzierung des Internet-Erotic-Unternehmens SexDotCom durch den skrupellosen australischen Pornokönig Brad Knight und dessen gewieften deutschen Berater Andreas Berger, zwei Gestalten, die sich von Anfang an voller Misstrauen gegenüberstehen. Als Berger in der Firma immer mehr die Überhand gewinnt, greift Knight zu drastischen Mitteln: Die ‚Graveyard Angels‘, eine Bikergang, die vor keiner Gewalttat zurückschreckt, und der korrupte Cop Chuck Despott sollen seinen Konkurrenten endgültig aus dem Verkehr ziehen.

Bibliografie:
‚SexDotCom‘ (2003), ‚419 – Ohne Namen wird mich der Tod nicht finden‘ (bisher nur als eBook, 2012).