(1916-1981; schrieb auch als Douglas Ashe und Gregory Tree)

John Franklin Bardin kam als Sohn eines Kohlenhändlers in Cincinnati, Ohio, auf die Welt und wuchs auch dort auf. Sein Jugendzeit wurde überschattet durch den frühen Tod seines Vaters und seiner älteren Schwester und die schwere psychische Erkrankung seiner Mutter. Da es Bardin an finanziellen Mitteln mangelte, musste er das Studium bereits im ersten Jahr abbrechen. Er arbeitete vier Jahre als Rausschmeisser und danach in einer Buchhandlung. 1943 übersiedelte er nach New York City, wo er als nunmehr zweifacher Familienvater in der Werbung tätig war und es bis zum Vizepräsidenten der Agentur Edwin Bird Wilson brachte. Nebenbei begann er zu schreiben. 1961 bis 1966 leitete er einen Schreib-Workshop an der New York’s New School For Social Research. 1972 bis 1974 lebte er in Chicago und gab verschiedene Fachzeitschriften heraus. Die letzten sieben Jahre seines Lebens verbrachte er wieder in New York City, im East Village, wo er 64-jährig starb.

Zwischen 1946 und 1953 publizierte Bardin neun Romane – fünf unter seinem bürgerlichen Namen, vier unter seinen beiden Pseudonymen. Sein zehntes und letztes Buch folgte 25 Jahre später. Bekannt wurde Bardin mit seinen drei ersten, auch auf Deutsch vorliegenden Werken – ausgefeilten, düsteren, streckenweise surrealen Geschichten mit psychisch angeschlagenen Ich-Erzählern (so genannte Noir-Trilogie), in die er auch Erkenntnisse der Psychoanalyse und Traumdeutung einfliessen liess.

Der dritte Krimi ‚Die Bärengrube‘ ragt heraus. Er erzählt vom geistigen Zerfall der gefeierten und glücklich mit dem Dirigenten Basil verheirateten Pianistin Ellen Purcell, die zu Beginn des Romans, als sie eine schwere Krise scheinbar überwunden hat, nach zwei Jahren aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wird; mit fatalen Folgen, denn Ellens böses, gewalttätiges alter Ego „Nelle“ gewinnt jetzt immer mehr die Überhand.

Bibliografie:

Noir-Trilogie: ‚The Deadly Percheron‘ – ‚Das Teufelsrad‘ (1946), ‚The Last of Philip Banter‘ – ‚Geständnis auf Raten‘ (1947), ‚Devil Take the Blue-Tail Fly‘ – ‚Die Bärengrube‘ (1948);

‚The Burning Glass‘ (1950), ‚Christmas Comes Once a Year‘ (1954), ‚Purloining Tiny‘ (1978).

Als Gregory Tree: ‚The Case Against Myself‘ (1950), ‚The Case Against Butterfly‘ (1951), ‚A Shroud for Grandmama‘ (in den USA als Douglas Ashe, 1951), ‚So Young to Die‘ (1952).