(1915-1981; schrieb auch als Tom Brandt und Cord Wainer)

Geboren in Elkhart, Indiana, als Sohn eines College-Englischlehrers, wuchs Thomas B. Dewey in den Bundesstaaten Ohio, Michigan, Illinois und Iowa auf. Er studierte Englisch am Kansas State Teachers College in Emporia, Abschluss 1936, und bildete sich dann zwei Jahre an der University of Iowa weiter. Es folgten vier Jahre als Redakteur an der Storycraft Correspondence School in Los Angeles und danach, in den letzten drei Kriegsjahren, verschiedene Schreibtisch-Tätigkeiten für die amerikanische Regierung. Nebenbei verfasste er Stories für ‚Ellery Queen’s Mystery Magazine‘ und andere Zeitschriften, 1944 erschien sein erster Krimi. Ab 1945 arbeitete er in einer Werbeagentur in Los Angeles, bis er 1952 das Schreiben zum Hauptberuf machte und sich im selben Jahr im texanischen Brady niederliess. Ende der 60er-Jahre beendete er seine schriftstellerische Laufbahn. Er holte einen Doktortitel in Englisch nach und unterrichtete dieses Fach von 1971 bis 1977 an der Arizona State University in Tempe. Dewey war zweimal (nach einzelnen Quellen dreimal) verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter Ehe. Nach langer Krankheit starb er 66-jährig in Tempe.

Dewey war ein fleissiger und grundsolider Autor von sauber konstruierten, mit trockenem Humor erzählten Krimis. Sein bekanntester Protagonist ist Mac, der seinen Nachnamen, Robinson, erst im zweitletzten Krimi kundtut. Mac war als junger Mann ein idealistisch eingestellter Cop in Chicago, bis er gefeuert wurde, weil er sich dem organisierten Verbrechen widersetzte. Mit Hilfe seines Vorgesetzten und väterlichen Mentors Lieutenant Donovan, der in fast allen Romanen kleinere Gastauftritte hat, eröffnet er daraufhin in Chicago eine Privatdetektei in einem kleinen Büro, das ihm auch als Wohnung dient. Zwei Aufträge (aufgezeichnet in ‚Sechs gegen einen‘ und ‚Macht Liebe, nicht Tod‘) führen ihn nach Kalifornien, wo Lieutenant Lou Shapiro, ein harter und gerechter Cop um die fünfzig, seine wichtigste Bezugsperson darstellt – und im letzten Roman verlegt Mac seinen Arbeitsplatz gar endgültig nach Los Angeles. Mac („The Missing Link Between Philip Marlowe and Lew Archer“) ist ein sensibler und bescheidener, jede Art von Gewalt verabscheuender Mann, ein hartnäckiger und sorgfältiger Ermittler mit einem Faible für die junge Generation. Er ist ein wichtiger Vorläufer von fiktiven Privatdetektiven der 70er-Jahre, z.B. Pronzinis Nameless Detective.

Deweys zweite, witzig-turbulente Reihe dreht sich um den Privatermittler Pete Schofield, einen smarten, schlagkräftigen Burschen aus Los Angeles, der glücklich mit der rothaarigen Schönheit Jeannie verheiratet ist, von jungen Frauen heiss begehrt wird, seiner eifersüchtigen, immer wieder tatkräftig ins Geschehen eingreifenden Gattin jedoch mehr oder weniger treu bleibt.

In einer weiteren Serie steht der Bücherwurm Singer Batts im Mittelpunkt, ein exzentrischer Hotelbesitzer und Hobbydetektiv in einem verschlafenen Nest des Mittleren Westens. Die an Rex Stouts Nero Wolfe-Serie angelehnten Krimis sind aus der Sicht von Singers Batts‘ Kompagnon Joe Spinder erzählt.

Bibliografie:

Mac-Serie: ‚Draw the Curtain Close‘ (auch unter dem Titel ‚Dame in Danger‘) – ‚Eine Frau lebt gefährlich‘ (1947), ‚Every Bet’s a Sure Thing‘ – ‚Wette mit dem Satan‘ (1953), ‚The Case of the Murdered Model‘ (auch unter dem Titel ‚Prey for Me‘) – ‚Der Teufel holt sie alle ab‘ (auch unter dem Titel ‚Die tödliche Zunge‘, 1954), ‚The Mean Streets‘ – ‚Auf heissem Pflaster‘ (1955), ‚The Brave Bad Girls‘ – ‚Mädchen sind so‘ (1956), ‚You’ve Got Him Cold‘ – ‚Tote erben nicht‘ (1958), ‚The Case of the Chased and the Unchased‘ – ‚Sechs gegen einen‘ (1959), ‚The Girl Who Wasn’t There‘ (auch unter dem Titel ‚The Girl Who Never Was‘) – ‚Das Mädchen, das nicht da war‘ (1960), ‚How Hard to Kill‘ – ‚Alle gegen Mac‘ (1962), ‚A Sad Song Singing‘ – ‚Das Geheimnis des Koffers‘ (1963), ‚Don’t Cry For Long‘ – ‚Zieh dich an, Mädchen‘ (1964), ‚Portrait of a Dead Heiress‘ – ‚Engel der Sünde‘ (1965), ‚Deadline‘ – ‚Vier Tage bis zum Galgen‘ (1966), ‚Death and Taxes‘ – ‚Tod und Steuern‘ (1967), ‚Death Turns Right‘ (auch unter dem Titel ‚The King Killers‘) – ‚In die Höhle des Löwen‘ (1968), ‚The Love-death Thing‘ – ‚Macht Liebe, nicht Tod‘ (1969), ‚The Taurus Trip‘ – ‚Die 8-mm-Party‘ (1970);

Pete Schofield-Serie: ‚And Where She Stops‘ – (auch unter dem Titel ‚I.O.U. Murder‘) – ‚Tödliche Juwelen‘ (1957), ‚Go to Sleep, Jeannie‘ – ‚Wer erbt die Millionen?‘ (1959), ‚Too Hot for Hawaii‘ – ‚Zwischenfall in Honolulu‘ (1960), ‚The Golden Hooligan‘ (auch unter dem Titel ‚Mexican Slayride‘) – ‚Unter Schmugglern‘ (1961), ‚Go, Honey, Lou‘ – ‚Abenteuer mit Honeylou‘ (1962), ‚The Girl with the Sweet Plump Knees‘ – ‚Rätselhafte Patricia‘ (1963), ‚The Girl in the Punchbowl‘ – ‚Das Mädchen im Sektglas‘ (1964), ‚Only On Tuesdays‘ – ‚Zwischen Sex und Mord‘ (1964), ‚Nude in Nevada‘ – ‚Die tätowierte Tänzerin‘ (1965);

Singer Batts-Serie: ‚Hue & Cry‘ (auch unter den Titeln ‚The Murder of Marion Mason‘ und ‚Room for Murder‘) – ‚Zeter und Mordio‘ (1944), ‚As Good As Dead‘ (1946), ‚Mourning After‘ – ‚Schönheit ist gefährlich‘ (1950), ‚Handle With Fear‘ – ‚Vorsicht macht sich bezahlt‘ (1951);

Einzelwerke: ‚My Love is Violent‘ (1956), ‚Hunter at Large‘ – ‚Das Mädchen aus Mexiko‘ (1961), ‚Can a Mermaid Kill?‘ (1965), ‚A Season for Violence‘ – ‚Das Mädchen aus der Vorstadt‘ (1966).

Als Tom Brandt: ‚Kiss Me Hard‘ (1953), ‚Run, Brother, Run‘ – ‚Lauf, Bruder, lauf!‘ (1954).