Website-Icon Krimiautoren von Abel bis Zeltserman

Ferraro, Nicolas

(*1986)

Nicolas Ferraro kam in Buenos Aires zur Welt und wuchs auch dort auf. Sein Studium zum Grafikdesigner an der Universidad de Buenos Aires verdiente er sich mit Pokerspielen. Heute arbeitet er als Koordinator des Zentrums für Kriminalliteratur an der argentinischen Nationalbibliothek. 2016 veröffentlichte er seinen ersten Roman ‚Dogo‘. Ambar‘, sein dritter, 2022 mit dem angesehenen Premio Hammett ausgezeichneter Krimi, ist 2025 unter demselben Titel im Pendragon Verlag erschienen

Ambars Resümee zu Beginn des Romans: „Als ich zwölf war, hat Papa mir beigebracht, Kugeln zu entfernen und Wunden zu nähen. Mit dreizehn habe ich schiessen gelernt und ein paar Monate später, wie man ein Auto kurzschliesst.“ Jetzt ist sie fünfzehn und lebt mit ihrem Vater, dem Verbrecher Victor Mondragon, in schäbigen Hotels des nordargentinischen Hinterlandes. Eine abgesägte Schrotflinte ist ihr wertvollstes Gut. Mit Gleichaltrigen hat sie keinen Kontakt. Mit Victor, ihrer letzten verbliebenen Bezugsperson, verbindet sie eine Hassliebe. Der Roman beginnt damit, dass Victor und sein bester Freund Giovanni in einen Hinterhalt geraten. Victor kommt mit einer Schusswunde davon, Giovanni wird ermordet. Victor und Ambar entsorgen die Leiche. In den folgenden Kapiteln zeichnet Ferraro den Lebenslauf des Vater-Tochter-Gespannes nach. Und beschreibt Ambars komplexe Gefühlswelt, ihre rasante Entwicklung vom Mädchen zur Frau, ihre Sehnsucht nach einem geordneten Leben. Gelingt es ihr, sich von ihrem Vater zu befreien? „Das ist alles, was er dir beigebracht hat: fremde Wunden zu schliessen, aber nie deine eigenen. Alles zu verbrennen, was dir gehört. Zu verschwinden. Jemand anderes zu sein. Aber ich werde nie wieder jemand anderes sein. Ich bin Ambar. Und was das bedeutet, entscheide ich allein“. ‚Ambar‘ ist eine gekonnt inszenierte Mischung aus Gangsterballade und Coming-of-Age-Roman mit einem harten, verstörenden Finale, erzählt von einer aussergewöhnlichen Protagonistin.

Bibliografie:

‚Dogo‘ (2016), ‚Cruz‘ (2017), ‚Ambar‘ – Ambar‘ (2021).

Die mobile Version verlassen