(*1971)
Anila Wilms wurde in der albanischen Hauptstadt Tirana als Tochter einer wohlhabenden, einflussreichen Familie geboren und wuchs in der geschichtsträchtigen Hafenstadt Durrës auf. Von 1989 bis 1993 studierte sie Geschichte und Philologie an der Universität Tirana. Als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) liess sie sich 1994 in Berlin nieder, wo sie an der Freien Universität ihre Kenntnisse in Geschichte und Philologie vertiefte. Den Schwerpunkt ihrer Studien legte sie auf die Geschichte Albaniens zwischen den Weltkriegen. Sie lebt als freie Autorin und Publizistin in Berlin.
Ihren ersten Roman ‚Das albanische Öl oder Mord auf der Strasse des Nordens‘ schrieb sie zuerst auf Albanisch und später in angepasster Form auf Deutsch. Sie verknüpft darin die verworrene neuere Geschichte des südosteuropäischen Kleinstaats mit der Ermordung von zwei jungen amerikanischen Touristen, die auf einer Brücke in der abgeschiedenen nordalbanischen Bergwelt aus dem Hinterhalt erschossen werden. Ein historisch verbürgtes Verbrechen, das sich am 6. April 1924 zutrug und das Land an den Rand eines Bürgerkriegs führte. Denn diese (bis heute ungeklärte) Tat war ein grober Verstoss gegen den „Kanun“, das mittelalterliche Sittengesetz im albanischen Bergland, das auf Ehre, Sippentreue, Gastfreundschaft und, bei ungelösten Konflikten, auf Blutrache zur Wiederherstellung der Ehre beruht. Was aber hat es mit den gerade entdeckten Ölquellen in der erst seit vier Jahren unabhängigen, sich im Umbruch befindenden Nation auf sich? Erzählt wird die packende, schwarzhumorige Geschichte grösstenteils aus der Sicht des amerikanischen Botschafters Julius Grant, der offenbar als Einziger an der Aufklärung des Doppelmordes interessiert ist.
Biografie:
‚Vrasje nërrugën e veriut (2007) – ‚Das albanische Öl oder Mord auf der Strasse des Nordens‘ (2012).
