(*1975)
Cynan Jones wurde im westwalisischen Küstenstädtchens Aberaeron, Cardiganshire, geboren. Er verrichtete Jobs in der Landwirtschaft, auf dem Bau, im Weinhandel und als Aushilfslehrer und arbeitete in Glasgow als freier Werbetexter, bevor er das Schreiben zum Hauptberuf machte und 2006 als Autor debütierte. Sein Werk besteht aus Kurzgeschichten für Kinder und Erwachsene und bisher fünf Romanen, unter ihnen der Country Noir ‚Graben‘, der, grossartig übersetzt von Peter Torberg, in der Verlagsbuchhandlung Liebeskind erschienen ist. Cynan Jones lebt mit seiner Frau Charmian in einer selbstgebauten Blockhütte in seinem Geburtsort.
Zwei gegensätzliche Männer, eine kürzlich verstorbene Frau, dazu Schafe, Jagdhunde und Dachse sind die Geschöpfe in Jones‘ drittem Roman ‚Graben‘ – eine ungemein düstere, in knappem, poetischem Stil erzählte Geschichte, der das Graben und das Zertrümmern von Schädeln als Leitmotive dienen. Daniel, ein wortkarger, junger Farmer und Schafzüchter, kämpft in einem rauen walisischen Landstrich ums nackte Überleben, seitdem ihm seine innig geliebte Frau vor drei Wochen durch einen schrecklichen Unfall entrissen wurde. Sein Widersacher ist ein namenloser, grossgewachsener Mann, genannt „der grosse Mann“ oder „der grosse Zigeuner“, ein unwirscher, vorbestrafter Organisator von illegalen Tierschaukämpfen – er schnappt sich einen Dachs, schlägt ihm die Zähne aus, entfernt ihm die Krallen, spaltet ihm den Kiefer und lässt dann vor grölendem Publikum seine abgerichteten Terrier in einer Grube auf das wehrlose Tier los. Als er eines Tages eine Grenze überschreitet, stellt sich ihm der vereinsamte, von Erinnerungsfetzen und Flashbacks gepeinigte Witwer zornerfüllt entgegen.
Bibliografie:
‚The Dig‘ – ‚Graben‘ (2014).
