(*1956)
Geboren in Omaha, Nebraska, wuchs William J. Reynolds dort und in Sioux Falls, South Dakota, auf. Nach Abschluss des Politikwissenschaftsstudiums an der Creighton University in seiner Geburtsstadt lebte er in St. Paul, Minnesota, wo er als Werbefachmann, freier Journalist und Herausgeber des Airline-Magazins ‚Amabassador‘ arbeitete. 1984 liess er sich mit seiner Frau Peg und den zwei gemeinsamen Kindern in Sioux Falls nieder, um Krimis zu schreiben. Nach Veröffentlichung der Nebraska-Serie (sechs Romane und drei Kurzgeschichten) wurde er von seinem Verleger fallengelassen. Seit 2021 kommen Reynolds Romane in leicht angepasster Form im Verlagshaus ‚Brash Books‘ heraus.
Nebraska („Just Nebraska“) war Privatdetektiv in Omaha, bis er vor sechs Jahren von seinem Partner Morris Copel reingelegt wurde und sich seither als Schriftsteller versucht, die Lizenz jedoch immer noch bei sich hat. Der desillusionierte, selbstkritische, sich selbst nicht allzu ernstnehmende, von seiner Frau Jennifer die meiste Zeit getrennt lebende Enddreissiger ist wie fast alle fiktiven amerikanischen Schnüffler hartgesotten und zugleich sensibel. Ein smarter Bursche, der immer einen flapsigen Spruch auf den Lippen hat und schönen Frauen kaum je widerstehen kann. In einem Interview sagte Reynolds über seine Figur: „I wanted him to be an average guy. One part Robert B. Parker’s Spenser and three parts John D. MacDonalds Travis McGee.“
Zu Beginn des ersten Bandes ‚Nebraska in der Unterwelt‘ schleppt sich sein ehemaliger Compagnon Morris Copel um vier Uhr früh in Nebraskas Wohnung, wo er tot zusammenbricht. In seiner Hose findet Nebraska pornographische Aufnahmen von Adrian Mallory, deren Vater, Senator Dan Mallory, er vor zehn Jahren im Wahlkampf unterstützt hat. Am nächsten Tag bittet ihn die verführerische Barbesitzerin Marcie Bell um Hilfe: Sie hatte Copel beauftragt, ihren seit zwei Wochen verschwundenen Bruder Eddie aufzuspüren, und Nebraska soll jetzt Copels Job übernehmen. Bei seinen Nachforschungen gerät der Detektiv zwischen die Fronten der rivalisierenden Mobster Salvatore „Sal the Gun“ Gunnelli und „Crazy Al“ Manzetti, die den Senator offenbar mit den Nacktfotos erpressen wollten. Der Fall erhält jedoch eine neue Dimension, als Eddies bereits zersetzte Leiche in einem Ölfass aufgefunden wird.
Eine zerrissene Familie, bestehend aus dem Bankdirektor Jack Castelar, seiner tablettensüchtigen Gattin Emily, seinen drei erwachsenen Kindern – die psychisch labile Amy, der als Nachfolger seines Vaters vorgesehene Vince und die lebensfrohe Kate – und seinem gefühlskalten Bruder Charles, steht im Mittelpunkt des zweiten Bandes ‚Eiskalt in Omaha‘. Nebraskas Dienste sind gefragt, als Kate verschwindet und ihr Vater kurz danach erschossen wird – sein Freund, der Rechtsanwalt Mike Kennerly, vermittelt ihm den Job. Als Tatverdächtiger bietet sich der Tunichtgut Walt Jennings an, Kates Lover, der mehrmals in aller Öffentlickeit gedroht hat, Jack umzunieten, doch Nebraska hält ihn nicht für einen Mörder und verfolgt eine andere Spur. Bei der Suche nach der weiterhin vermissten Kate muss er mehrere Anschläge auf sein Leben einstecken, was ihn jedoch nicht davon abhält, die erschütternde Lösung an den Tag zu bringen.
Nebraskas Auftraggeberin in ‚immer Ärger mit der Kohle‘ ist seine Highschool-Flamme Carolyn Greco, die ihn vor zwanzig Jahren Hals über Kopf verliess – ein Tiefschlag, den Nebraska bis heute nicht verdaut hat. Jetzt soll er für sie herausfinden, ob ihr schwer verschuldeter Mann Gregg Longo, der bei einem Banküberfall von der Polizei „in Notwehr“ erschossen wurde, überhaupt in den Raub verwickelt war. Zudem stellt sich die Frage, wo die erbeuteten 78’000 Dollar geblieben sind. Hat Longos gerissene Geliebte Eloise Slater die Finger im Spiel?
Bibliografie:
Nebraska-Serie:
‚The Nebraska Quotient‘ – ‚Nebraska in der Unterwelt‘ (1984), ‚Moving Targets‘ – ‚Eiskalt in Omaha‘ (1986), ‚Money Trouble‘ – ‚Immer Ärger mit der Kohle‘ (1988), ‚ Things Invisible‘ (1989), ‚The Naked Eye‘ (1991), ‚Drive-By‘ (1995).
