(Kürzel für John Charles Stuart Beeching, 1922-2001)

Jack Beeching, geboren und aufgewachsen in Hastings, Grafschaft Sussex, als Sohn eines Farmers, verfasste bereits als Schüler seine ersten Texte. Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der Royal Navy. 1950 heiratete er die Autorin und Übersetzerin Amy Brown. Ein schwerer Verkehrsunfall führte dazu, dass er sich ab 1956 fast nur noch in milden südmediterranen und mittelamerikanischen Regionen aufhielt. Nach der Scheidung 1970 teilte er den Rest seines Lebens mit der Künstlerin Charlotte Mensforth. Er starb nach langer Krankheit in Palma de Mallorca und hinterliess seine Frau, vier Kinder aus früheren Beziehungen und sieben Enkel.

Beeching war in den 50er- und 60er-Jahren einer der berühmtesten Lyriker Englands, geriet dann jedoch in Vergessenheit. Neben seinen Gedichten schrieb er mehrere Sachbücher zu historischen Themen, etwa die beiden chinesischen Opiumkriege im 19. Jahrhundert und die christlichen Missionare von 1515 bis 1914, ferner zahlreiche Kolumnen für angesehene Periodika, zwei Krimis und einen weiteren Roman. Darüber hinaus arbeitete der polyglotte Antifaschist und Antikapitalist in der Werbung, dem Velagswesen und eine Zeit lang auch in der Landwirtschaft.

„Ein riesiges Areal in der Einsamkeit der Prärie. Stacheldraht, schwer bewaffnetes Wachpersonal und Minenfelder. Das Ganze hat viel Ähnlichkeit mit einem Straflager. Es ist keins. Es ist etwas Schlimmeres“. Den britischen Werbetexter Dick Conroy verschlägt es dorthin, als seine Frau nach dem Tod ihres Kindes den Verstand verliert und er auf einen neuen Job aus ist. Er trifft auf das Liebespaar Grace Malley, Bibliothekarin, und Dr. Bethany, Chirurgin, die gerissene, voluminöse Dame Flo, das junge mexikanische „Mädchen für alles“ Teresa, den Sicherheitschef Colonel Umber, den schwulen Engländer Gordon, der alsbald auf seltsame Weise ums Leben kommt, und graue Eminenzen wie Dr. George, Pater Brady, der Naturwissenschaftler Bethany usw. – eine höchst heterogene, undurchsichtige Gruppe von „Spezialisten“, die ihr Leben dem Dakota-Projekt verschrieben haben, einer Kampagne, die alle Menschen in Entwicklungsländern auf wahnwitzige Weise vor dem Hungertod retten soll. Als Dick der grauenhaften Wahrheit immer näher kommt und von Teresa erfährt, dass zahlreiche Mexikanerinnen mit Hilfe von Grace und Bethany einen Aufstand anstreben, wechselt er die Seiten und führt die Frauen in den Kampf gegen die Organisation. ‚Das Dakota-Projekt, ein satirischer dystopischer Roman voller haarsträbender Szenen, diente dem Autor vor allem dazu, seine ärgsten finanziellen Löcher zu stopfen, was man der Geschichte hin und wieder anmerkt.

‚Die Macht und die Grausamkeit‘ spielt in einem korrupten, Guatemala nachgezeichneten zentralamerikanischen Land, dessen zu einem grossen Teil indianische Bevölkerung einen Umsturz herbeisehnt. George Talbot, illegitimer Sohn der englischen Künstlerin Helen und eines schmierigen lateinamerikanischen Bankiers, kehrt nach seiner Bankausbildung in Mexiko Stadt zurück in seine tropische Heimat, wo die Mutter mit dem zwielichtigen britischen Chirurgen Alec zusammenlebt und der Vater an der Seite eines amerikanischen Flittchens ein luxuriöses Leben führt, versteckt hinter dem grausamen, von der CIA protegierten Grossgrundbesitzer und Strippenzieher Don Alfonso. Was niemand ahnt: George beabsichtigt nicht etwa, die Nachfolge seines Vaters in der Finanzwelt anzutreten, sondern die Revolution in seinem Land in Gang zu setzen. Sein Plan ist einfach: Ausbaldowern, wann und auf welcher Route die väterliche Bank jeweils ihre Geldtransporte abwickelt, den Überfall des Panzerwagens organisieren und mit dem erbeuteten Geld die Waffen bezahlen, die für den Coup benötigt werden. Beeching verknüpft den nüchtern geschilderten Aufstand mit dem Drama, das sich in der Familie Talbot abspielt.

Bibliografie:

‚The Dakota Project‘ – ‚Das Dakota-Projekt‘ (1968), ‚Death of a Terrorist‘ – ‚Die Macht und die Grausamkeit‘ (1981).