(*1949)

Wolfgang Mock kam in der hessischen Stadt Kassel zur Welt. Er absolvierte ein Geschichts- und Germanistikstudium und doktorierte 1981 an der Universität Düsseldorf mit einer Arbeit über den britischen Imperialismus vor dem Ersten Weltkrieg. Anschliessend arbeitete er fünf Jahre als wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Historischen Institut in London. Nach einem längeren Aufenthalt in Lissabon liess er sich als Journalist für den Bereich Industrie- und Wirtschaftspolitik, Schwerpunkte Luft- und Raumfahrt, und als Autor in Düsseldorf nieder. Mock war Redakteur der Wochenzeitung ‚VDI nachrichten‘, die sich mit Themen zu Technik, Wirtschaft und Gesellschaft befasst.

Mocks Werk enthält Fachbücher, erotische Kurzgeschichten, die Thriller ‚Diesseits der Angst‘, ‚Der Flug des Seraphim‘ und ‚Der Mitläufer‘ und den Roman ‚Simplon‘, ein packendes Werk über den 1898 begonnenen und 1906 vollendeten Bau des Simplon-Tunnels zwischen der Schweiz und Italien, an dem Mocks Grossvater beteiligt war.

‚Diesseits der Angst‘, raffiniert gebaut, schnörkellos erzählt und actiongeladen, handelt von dem ehemaligen RAF-Sympathisanten Alexander Hoven, der seit Anfang der 80er-Jahre mit der neuen Identität Maximilian Tenzer in Hamburg als freier Journalist arbeitet, Kontakte zu den Roten Brigaden und die IRA pflegt und gelegentlich für die örtliche Mafia, die seine Vergangenheit kennt, einen „nassen Job“ erledigt. Doch jetzt wird er von Unbekannten erpresst: Um seinen Kopf zu retten, muss er für sie die beiden – durch alte Stasi-Männer und nach dem Mauerfall ausgemusterte westdeutsche Geheimagenten unterstützte – untereinander zerstrittenen rechtsradikalen Führer Christoph und Strassner aus dem Verkehr ziehen. Unter Mitwirkung des Secret Service und des Bundesnachrichtendienstes beginnt eine Jagd durch halb Europa mit Showdown bei Schneetreiben und Eiseskälte im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet, wo Strassner mit seinem Bruder eine Schlittenhundfarm betreibt.

Sechzehn Jahre nach dem etwas wirren Krimi ‚Der Flug des Seraphim‘ liess Mock im Herbst 2019 mit dem schlanken Politroman ‚Der Mitläufer‘ aufhorchen. Die RAF-Sympathisanten Alexander, Frank (Ich-Erzähler), Chrissie, Meta und Thomas bildeten in den 70ern eine Wohngemeinschaft, doch später trennten sich ihre Wege. Jetzt liegt Alexander im Sterben, die alten Weggenossen kümmern sich um ihn, ohne Erinnerung daran, dass es noch offene Rechnungen gibt: Frank war damals ohne Wissen seiner Weggefährten Teil der zweiten RAF-Generation, die mit Terrorakten und Morden erfolglos versuchte, die inhaftierten Ikonen Baader und Meinhof freizubekommen – und wird nun von seiner Vergangenheit eingeholt. In vielen Rückblenden befasst sich Mock mit den abenteuerlichen Anfängen der linksradikalen Revolution und deren Umschwung zu blutigen Gewalttaten im „Deutschen Herbst“ des Jahres 1977.

Bibliografie:

‚Diesseits der Angst‘ (1996), ‚Der Flug des Seraphim‘ (2003), ‚Der Mitläufer‘ (2019).