(*1964)

Geboren und aufgewachsen in Indiana, Pennsylvania, studierte Tawni O’Dell Journalismus an der Nortwestern University in Evanston, Illinois, mit dem Ziel, Autorin zu werden. Nach zahlreichen Absagen konnte sie im Jahr 2000 ihren ersten von bisher sechs Romanen veröffentlichen, zuletzt den Krimi ‚Wenn Engel brennen‘, dessen Fortsetzung demnächst erscheinen soll. Sie lebte lange Zeit in Chicago, ehe sie mit ihren zwei Kindern nach Pennsylvania zurückkehrte.

‚Wenn Engel brennen‘, ein unter die Haut dringendes, mit Whodunnit- und Noir-Elementen angereichertes Sittengemälde um eindrucksvoll geschilderte Charaktere, ist im ländlichen Pennsylvania angesiedelt und wird aus der Sicht der Polizeichefin von Buchanan County erzählt. Sie heisst Dove Carnahan, hat zwei jüngere, von verschiedenen Vätern gezeugte Geschwister, Neely und Champ, und feierte kürzlich ihren 50. Geburtstag. Ihre Mutter Cissy, eine von Grund auf verdorbene, selbstsüchtige und männerverschlingende Schönheit, wurde vor 35 Jahren ermordet, doch man verhaftete mit ihrem damaligen Liebhaber Lucky offenbar den falschen Mann.

Als jetzt in einer glühenden Erdspalte in dem durch masslosen Kohlenabbau verwüsteten (fiktiven) Geisterkaff Campbell’s Run die halb verbrannte Leiche eines erschlagenen Mädchens aufgefunden wird, kommt Dove zu ihrem erst vierten Mordfall in 27 Jahren Polizeidienst. Das Opfer ist die 17-jährige Camio, das einzige gebildete und ehrgeizige Mitglied der verwahrlosten Redneck-Sippe Truly, die aus der verwitweten, mit harter Hand durchgreifenden Matriarchin Miranda, ihren urspnglich acht abgelöschten Junkie-Kindern, von denen die Hälfte tot ist oder im Knast einsitzt, und unzähligen Enkeln besteht.

Chief Dove, eine lebenskluge, humorvolle, schlagfertige und selbstironisch Frau mit einem Hang zu zynischen Sprüchen – „Mit fünfzehn hatte ich die bestmöglichen Eltern: Sie waren tot und konnten mir nichts mehr tun“, nimmt den Fall persönlich, denn er weckt schlimme Erinnerungen an den gewaltsamen Tod ihrer Mutter in ihr. An Doves Seite: Ihr gelegentlicher Bettgefährte State Trooper Nolan Greely und sein kleines Team sowie ihre hundeflüsternde Schwester Neely. Auch Champ taucht nach über zwei Jahrzehnten mit seinem kleinen Sohn Mason überraschend in Buchanan auf, um dann gleich wieder das Weite zu suchen – allerdings ohne seinen Sohn.

Bibliografie:

‚Angels Burning‘ – ‚Wenn Engel brennen‘, 2016.