(1919-1980)

Geboren und aufgewachsen in Moundsville am Ohio River, West Virginia, als Sohn einer Sozialarbeiterin und eines Architekten, der während der Depression arg unten durchmusste, brach Davis Alexander Grubb seine Ausbildung zum Grafiker und Kunstmaler wegen Farbenblindheit nach zwei Semestern schweren Herzens ab und zog nach New York City, um für den Rundfunk zu arbeiten. Später wechselte er in die Werbebranche und begann nebenbei zu schreiben.

1944 verkaufte Grubb seine erste Story für 500 Dollar an das Magazin ‚Good Housekeeping‘. Es folgten weitere Kurzgeschichten, ehe er sich Anfang der 50er-Jahre auf die lange Strecke begab. Der literarische Durchbruch gelang ihm 1953 mit seinem Romandebüt ‚Die Nacht des Jägers‘. Grubbs Werk enthält Hörspiele, drei Erzählbände und zehn Romane, von denen drei dem Krimigenre zuzurechnen sind. Am Tag nach seinem 61. Geburtstag starb der als exzentrisch geltende Autor an Lungenkrebs. 2017 veröffentlichte Thomas E. Douglass die Biografie ‚Voice of Glory. The Life and Work of Davis Grubb‘.

Zu Beginn des grossartigen, in der Zeit der Grossen Depression spielenden Southern Gothic-Thrillers ‚Die Nacht des Jägers‘ (von Charles Laughton mit Robert Mitchum in der Hauptrolle meisterhaft verfilmt) sitzt Ben Harper in der Todeszelle und wartet auf seine Hinrichtung: Bei einem Banküberfall hat er zwei Angestellte erschossen und 10’000 Dollar erbeutet, die er unmittelbar vor der Verhaftung im Hause seiner Familie verstecken konnte. Bens Zellengenosse, der psychopathische Serienmörder Harry Powell, genannt „der Prediger“, der jedoch bloss wegen Fahrraddiebstahl einsitzt, versucht vergeblich, ihm das Versteck zu entlocken. Nach dreissig Tagen bereits wieder auf freiem Fuss, erscheint Powell bei Bens Familie. Er gibt sich als Geistlicher aus, wickelt Bens labile Witwe Willa um den Finger und heiratet sie nach kurzer Zeit. Als ihm klar wird, dass nur Bens kleine Kinder John und Pearl das Versteck des Geldes kennen, bringt er Willa um, doch die Kinder können in letzter Sekunde entwischen, worauf sich Powell auf die Jagd nach den beiden begibt.

Bibliografie:

‚The Night of the Hunter‘ – ‚Die Nacht des Jägers‘ (1953), ‚Shadow of my Brother‘ – ‚Meines Bruders Schatten‘ (1966), ‚Fool’s Parade‘ – ‚Gaunerparade‘ (1969).