(*1960)

Frode Grytten kam in dem trostlosen südnorwegischen Schwerindustriestädtchen Odda zur Welt und wuchs auch dort auf. Er arbeitete als Journalist für die ’Bergens Tidende’ und verfasste ab 1983 Gedichte, Kurzgeschichten, Kinderbücher, Essays und Sachbücher. 1999 erschien sein erster Roman ’Was im Leben zählt’, ein eindrucksvolles Porträt der sterbenden Stadt Odda aus 25 Perspektiven, 2005 folgte der Krimi ’Die Raubmöwen besorgen den Rest’, 2009 der Erzählband  ‚Eine Frau in der Sonne‘ und 2011 sein dritter Roman ‚Ein ehrliches Angebot‘. Frode Grytten lebt als freier Autor zurückgezogen in der Hafenstadt Bergen, wenn er nicht gerade als Sprechsänger der ‚Frode Grytten Beat Band‘ unterwegs ist.

Der düstere, medien- und sozialkritische, mit plastischen Landschafts- und empathischen Personen-Schilderungen glänzende Krimi ’Die Raubmöwen besorgen den Rest’ – der Autor bezeichnete ihn als Anti-Krimi, der mit dem Genre spielt – ist in Gryttens Geburtsstadt angesiedelt, wo der 19-jährige Guttorm Pedersen, arbeitsloses Mitglied einer rechtsextremen Bürgermiliz, im brütend heissen Hochsommer 2002 ermordet wird – eine Handvoll serbische Asylbewerber sollen die Täter sein. Der ausgebrannte Lokalreporter Robert Bell, ein ewiger Verlierer Ende dreissig, der mit Irene, der Frau seines (der örtlichen Polizei angehörigen) Bruders Frank seit Jahren ein „unmögliches“ Liebesverhältnis pflegt, begibt sich im Auftrag seines Provinzblattes halbherzig auf Spurensuche. Dann verschwindet Irene spurlos.

 Bibliografie:

’Die Raubmöwen besorgen den Rest’ (2005).