(1877-1959)

Mit ’Die Schattmattbauern’ verfasste Carl Albert Loosli einen der bedeutendsten Schweizer Krimis vor Friedrich Glauser (der Text erschien 1929/1930 als Serie im ’Beobachter’ und 1932 als Buch). Die himmeltraurige, im unteren Emmental angesiedelte Geschichte handelt von dem jungen Landwirt Fritz Grädel von der Schattmatt, der, des Mordes an seinem kranken, bösartigen Schwiegervater Rees Rösti, verdächtigt, in die Mühlen der Justiz gerät und darob zerbricht, auch wenn er schliesslich vom Geschworenengericht – allerdings nur mangels Beweisen – freigesprochen wird. Nach einem Selbstmordversuch wird er in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, wo er zwölf Jahre später stirbt.

Looslis Lebenslauf ähnelt zunächst jenem seines Zeitgenossen Friedrich Glauser: Unehelich geboren als Spross einer Schweizerin und eines Italieners in der seeländischen Ortschaft Schüpfen, aufgewachsen bei einer Pflegemutter, die ihn 1889 im Erziehungsheim Grandchamp bei Neuenburg unterbrachte und bald darauf starb, Abbruch des Gymnasiums, zweieinhalb Jahre Zwangsaufenthalt in der von einem Sadisten namens Friedrich Grossen geleiteten Erziehungsanstalt Trachselwald im Kanton Bern bis 1897, anschliessend Entmündigung, die 1901 aufgehoben wurde.

Doch Loosli kam wieder auf die Beine. Nach längerem Aufenthalt in Paris wurde er 1900 Gerichtsberichterstatter bei der Berner ’Weltchronik’, heiratete 1903 Ida Rosa Schneider (der Ehe entsprangen bis 1920 drei Söhne und zwei Töchter) und liess sich 1904 in der Berner Vorortgemeinde Bümpliz nieder. Er arbeitete als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen (unter anderem bei der sozialdemokratischen Berner ’Tagwacht’ und der ’NZZ’) und begann 1910 mit der Schriftstellerei. Daneben engagierte er sich für die Rechtsgleichheit, die Gleichstellung der Frau und die Integration unterprivilegierter Kinder. C.A. Loosli starb 82-jährig in Bümpliz.

Das Werk des vielseitigen Intellektuellen („Philosoph von Bümpliz“), der literarisch stets etwas im Abseits stand, enthält Mundart-Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke, sozialkritische Essays, satirische Texte, eine vierbändige Monografie über den Maler Ferdinand Hodler, mit dem er befreundet war, und einige kriminalistische Erzählungen. ‚Die Schattmattbauern‘ ist Looslis einziger Kriminalroman geblieben.

Bibliografie:                                                                                              

‚Die Schattmattbauern‘ (1932).