(*1960)

Kenneth John Alexander Wishnia wurde in Hanover, New Hampshire, als Spross einer jüdischen Akademiker-Familie geboren. Er studierte Literatur und Film an der Brown University in Providence, Rhode Island, und der San Francisco State University sowie Visuelle Kunst an der Rhode Island School of Design, wurde an der New Yorker Stony Brook University (SUNY) in Vergleichender Literatur promoviert und unterrichtete daraufhin Kreatives Schreiben und Literatur.

Nachdem er einige Zeit als Bühnenautor in Paris, New York und Cuenca (Ecuador) gearbeitet hatte, verbrachte Wishnia drei Jahre in den Anden, wo er 1985 die Ecuadorianerin Mercedes Pena heiratete und später mit ihr eine Tochter und einen Sohn hatte. Ende der 90er-Jahre wandte er sich dem Krimischreiben zu.

Filomena „Fil“ Buscarsela aus Ecuador, geboren in einem kleinen Bergdorf, aufgewachsen unter der Militärjunta dort und in der Millionenstadt Guayaquil, allein erziehende Mutter der kleinen Antonia, eine willensstarke, scharfzüngige und rebellische New Yorker Polizistin mit einem starken Sinn für Gerechtigkeit, ist Wishnias eigenständige Hauptfigur in fünf Romanen, in denen das facettenreich geschilderte New York eine wichtige Rolle spielt. Am Ende des ersten Krimis ‚Modulation in Schwarz‘ quittiert Fil frustriert den Polizeidienst bei der Abteilung Vergewaltigung des NYPD. Im zweiten Roman arbeitet sie für eine Umweltschutz-Organisation, später schlägt sie eine Karriere als Privatdetektivin ein. Im letzten Band ‚Blood Lake‘ kehrt sie mit ihrer nunmehr 13-jährigen Tochter zu ihren Wurzeln nach Ecuador zurück, um ihre verstreute Familie wieder einmal zu sehen – und wird natürlich auch dort in Verbrechen verwickelt.

‚Modulation in Schwarz‘ ist Wishnias bekanntester Krimi – die reaktionäre Reagan-Zeit der frühen 80er-Jahre bildet den historischen Hintergrund. Fil Buscarsela, eine der ersten Latina-Cops im NYPD, hat nichts zu lachen bei der von weissen Männern dominierten Truppe, sie wird betrogen und schikaniert, bekommt stets die widerlichsten Fälle und wird als Lockvogel eingesetzt. Ihre Stunde schlägt, als bei einer Giftgaskatastrophe in einer Fabrik für Insektizide elf Menschen ums Leben kommen, unter ihnen der junge Maler und militante Umweltschützer Wilson McCullough, der mit seinem Bild „Modulation in Schwarz“ für Aufsehen sorgte: Zusammen mit dem bärbeissigen Polizisten Detective Snyder soll sie dem Unfall, der natürlich keiner ist, auf den Grund gehen. Was sie auch tut, die meiste Zeit jedoch auf eigene Faust, und dabei grossen Mut beweist.

Im Jahr 2010 veröffentlichte Wishnia seinen letzten Krimi ‚The Fifth Servant‘, 2015 folgte der Band ‚Jewish Noir‘, eine Sammlung mit 33 Kurzgeschichten von Autoren wie Reed Farrel Coleman, S.J. Rozan, Charles Ardai und ihm selbst. Er lebt mit seiner Familie auf Long Island, New York City, und unterrichtet Englisch am dortigen Suffolk Community College.

Bibliografie:

Fil Buscarsela-Serie: ’23 Shades of Black‘ – ‚Modulation in Schwarz‘ (1998), ‚Soft Money‘ – ‚Mädchen für alles‘ (1999), ‚The Glass Factory‘ (2000), ‚Red House‘ (2001), ‚Blood Lake‘ (2002);

Einzelwerk: ‚The Fifth Servant‘ (2010).