(*1963; schreibt auch als Marie Trajan)

Geboren in der bretonischen Ortschaft Ille-et-Vilaine als Tochter einer deutschen Mutter und eines französischen Vaters, wuchs Pascale Fonteneau dort und ab 1973 in Brüssel auf. Sie studierte Journalistik und Kommunikation an der Université libre de Bruxelles, organisierte Film- und Krimi-Festivals und andere Kulturveranstaltungen, arbeitete als Radiokritikerin und veröffentlichte ihre ersten Texte in den Magazinen ‚813‘ und ‚Polar‘ und in Tageszeitungen. 1992 erschien ihr erster Krimi ‚Confidences sur l’escalier‘.

Im deutschsprachigen Raum debütierte Fonteneau 1995 mit ihrem dritten Krimi ‚Die verlorenen Söhne der Sylvie Derijke‘, einer charmant-verspielten, tempostarken Geschichte um eine Ich-Erzählerin namens Sylvie Derijke, vor deren Haustür eines Tages Francois, 14, und Sébastien, 12, die beiden als entführt gemeldeten Enkel des einflussreichen Industriellen Walin-Delcreuze stehen. Die altklugen Jungs nisten sich bei Sylvie ein, und niemand scheint sie zu vermissen. Bei ihren Recherchen stösst die sympathische Protagonistin schon bald auf einigen Dreck am Stecken des Unternehmerclans – und schliesslich auf die richtige Mutter der beiden Quälgeister.

Ein Jahr danach folgte ‚Pulp und die Waffen der Frauen‘ aus der von Jean-Bernard Pouy kreierten Serie ‚Le Poulpe‘ (nom de guerre des linksradikalen Pariser Pazifisten und Detektivs Gabriel Lecouvreur, auf Deutsch ‚Pulp‘), ein turbulenter, pfiffiger, mit leichter Feder geschriebener Roman, in dem sich Pulps zeitweilige Liebesgefährtin Cheryl, eine schöne Coiffeuse mit eigenem Salon in Paris, in Brüssel auf Verbrecherjagd begibt, nachdem dort während eines Friseurkongresses einer ihrer Berufskollegen gewaltsam ums Leben gekommen ist.

Pascale Fonteneau lebt als freie Autorin (bisher zwölf Krimis, zahlreiche Novellen und Hörspiele) mit ihren drei Kindern in Brüssel. Halbtags arbeitet sie in der literarischen Vereinigung ‚Passa Porta‘ und erstellt dort unter anderem Programme für Schreibwerkstätten.

Bibliografie:
‚Confidences sur l’escalier‘ (1992), ‚Etats de lame‘ (1993), ‚Les fils perdus de Sylvie Derjike‘ – ‚Die verlorenen Söhne der Sylvie Derijke‘ (1995), ‚Cheryl – Les Damnés de l’artère‘ – ‚Pulp und die Waffen der Frauen‘ (1996), ‚La puissance du désordre‘ (1997), ‚Otto‘ (1997), ‚Maelbeek‘ (1998), ‚Curieux sentiments‘ (1999), ‚La vanité des pions‘ (2000), ‚Crois-moi‘ (2005), ‚Jour de gloire‘ (2006), ‚1275 ares‘ (2007), ‚Propriétés privées‘ (2010), ‚Hasbeen‘ (2010).

++ Erstellt: Dezember 2013 ++