(Kürzel für Peter Rabinowitsch, 1921-1990; schrieb auch als Marco Malaponte und J. T. MacCARGO)

Peter Rabinowitsch kam in der deutschen Stadt Halle, Sachsen-Anhalt, zur Welt und wuchs dort und in Hannover auf. Mit siebzehn Jahren übersiedelte er mit seinem russisch-jüdischen Vater, einem Arzt, nach New York City, um den Nazis zu entfliehen, die Mutter folgte  ihnen 1940 mit ihren beiden anderen Söhnen, und die Familie nannte sich fortan offiziell Rabe.

Rabe studierte Psychologie an der Ohio State University und wurde an der Western Reserve in Cleveland, Ohio, mit einer Arbeit zum Thema Frustration promoviert. In dieser Zeit lernte er seine Kommilitonin Claire Frederickson kennen – die beiden wurden später ein Paar und liessen sich zuerst in Bar Harbor, Maine,  später in Los Angeles nieder. Dort arbeitete er kurze Zeit als Psychologe und veröffentlichte mehrere bedeutende Aufsätze über Verhaltensforschung, ohne jedoch davon leben zu können, worauf er mit seiner Frau nach Cleveland zurückkehrte und sich sein Brot als Werbetexter verdiente.

1955 veröffentlichte Rabe sein erstes Buch ‚ From Here to Maternity‘, eine humoristische Geschichte über die Geburt seines ersten Sohnes Jonathan am 5. April 1953. Ab Mitte der 50er-Jahre konzentrierte er sich ganz aufs Krimischreiben und gehörte zusammen mit John D. MacDonald und Charles Williams fortan zu den Säulenheiligen der legendären ‚Gold Medal Paperbacks‘. Wegen einer mysteriösen Erkrankung verbrachte er ab Ende der 50er mehrere Jahre in Europa mit längeren Aufenthalten in Süddeutschland, Sizilien und Spanien. Seine Ehe zerbrach in dieser Zeit.  Ende der 60er-Jahre kehrte er aus pekuniären Gründen in die USA zurück und leitete einen Psychologiekurs an der California State University. Rabe war dreimal verheiratet (und geschieden) und hatte zwei Kinder mit Claire. Er starb mit 68 in seinem Haus in Atascadero, Kalifornien.

Peter Rabe, ein Meister der nüchtern-knappen Erzählweise und des lakonischen Dialogs, veröffentlichte von 1955 bis 1974 einundzwanzig Noir- und drei Spionage-Romane: Sechzehn Einzelwerke, die fünfteilige Serie um Daniel Port, der im ersten Roman seine Gangsterlaufbahn beendet, fürderhin als freischaffender Troubleshooter tätig ist und sich schliesslich nach Mexiko zurückzieht, sowie die Trilogie über den Spion Manny DeWitt.

Neben den Krimis schrieb Rabe drei sexlastige Unterhaltungsschmöker und je zwei Beiträge zu den TV-Serien ‚Batman‘ und ‚Mannix‘ (letztere unter dem Verlagsnamen J. T. MacCARGO). In seinem Nachlass wurden zwei weitere Spannungsromane aufgefunden und zwanzig Jahre später in einem Band veröffentlicht.

Zu Rabes bekanntesten Werken zählt ‚Anatomie eines Mörders‘, die Geschichte des kaltblütigen, seine Arbeit perfekt ausübenden Profikillers Sam Jordan, dessen einsames und ganz durch den Beruf geprägtes Leben aus dem Ruder läuft, als eines Tages – nach der Begegnung mit der schlichten Kellnerin Betty – zum ersten Mal Gefühle und Sehnsüchte in ihm aufkeimen. Sam vermasselt seinen nächsten Job, wird für seine Arbeitgeber zum Sicherheitsrisiko und versucht jetzt verzweifelt, seine Haut zu retten.

Bibliografie:
Einzelwerke: ‚Stop This Man! – ‚Haltet diesen Mann‘ (auch unter dem Titel ‚Und wenn ich vor die Hunde gehe‘ (1955), ‚Benny Muscles In‘ (1955), ‚A Shroud for Jesso‘ (1955), ‚A House in Naples‘ (1956), ‚Kill the Boss Good-By‘ (1956), ‚Agreement to Kill‘ (1957), ‚Journey Into Terror‘ – ‚Lockvogel Linda‘ (1957), ‚The Cut of the Whip‘ (1958), ‚Mission for Vengeance‘ (1958), ‚Blood oh the Desert‘ (1958), ‚Anatomy of a Killer‘ – ‚Anatomie eines Mörders‘ (1960), ‚My Lovely Executioner‘ (1960), ‚Murder Me for Nickels‘ (1960), ‚The Box‘ (1962), ‚War of the Dons‘ (1972), ‚Black Mafia‘ (1974), ‚The Silent Wall‘ & ‚The Return of Marvin Palaver‘ (2011);
Daniel Port-Serie: ‚Dig My Grave Deep‘ – ‚Leben in Vakuum‘ (1956), ‚It’s My Funeral‘ (1956), ‚The Out Is Death‘ – ‚Das tödliche Telefon‘ (1957), ‚Bring Me Another Corpse‘ (1959), ‚Time Enough to Die‘ (1959);                                                                                                                  Manny DeWitt-Serie: ‚Girld in a Big Brass Bed‘ (1965), ‚The Spy Who Was Three Feet Tall‘ (1966), ‚Code Name Gadget‘ (1967).
Als J. T. MacCARGO: Mannix-Novellisationen: ‚A Fine Day for Dying‘ (1975), ‚Round Trip to Nowhere‘ (1975).

++ Erstellt: September 2010 ++                                                            ++ Update: April 2017 ++