(*1937)

Janine Oriano, geborene Boissard, kam als Tochter eines Steuerinspektors in Paris zur Welt (nach einigen Quellen bereits 1932) und wuchs dort mit vier Schwestern und einem Bruder auf. Als Teenager schon hatte sie nur eines im Kopf: Sie wollte Schriftstellerin werden. Darunter litten ihre schulischen Leistungen, worauf ihre Eltern sie an eine Haushaltsschule schickten, damit aus ihr wenigstens eine brauchbare Ehefrau würde. Doch Janine schrieb im Geheimen – und veröffentlichte mit 22 Jahren, kurz nach ihrer Heirat, ihren ersten Roman ‚Driss‘.

Es folgten über vierzig weitere Bücher (darunter mehrere Krimis und ihre Jugenderinnerungen ‚Vous verrez…Vous m’aimerez‘ und ‚Je serai la princesse de château‘), die sie ab 1977, nach ihrer Scheidung, nur noch mit Janine Boissard zeichnete. Der grosse Durchbruch gelang ihr wenig später mit der sechsteiligen, von 1978 bis 1984 erschienenen Familiensaga ‚L’esprit de famille‘. Die vierfache Mutter und leidenschaftliche Pianistin machte aber auch als Journalistin und Drehbuchautorin für Film und Fernsehen von sich reden. Sie lebt in Paris und gibt auch heute noch Jahr für Jahr ein Buch heraus.

Oriano war die erste Frau, die einen Krimi in der berühmten „Série Noire“ des Verlagshauses Gallimard unterbringen konnte: ‚B wie Baptiste‘, eine spritzige Geschichte um Liebe und Erpressung, Hass und Mord, erzählt aus der Sicht des jungen Familienvaters und Schallplattenverkäufers Yves Marie Préjan, der, als ihn eine umwerfend schöne Frau, die sich Sandrine nennt, mit den Worten anspricht „Na Baptiste, willst Du Deiner alten Freundin nicht guten Tag sagen“, sofort bereit ist zu vergessen, dass er gar nicht Baptiste heisst und die Frau noch nie gesehen hat. Klar, dass er mit ihr im Bett landet, doch als er aufwacht, liegt Sandrine tot neben ihm, mit seinem Schuhbändel erwürgt. Yves gerät in Panik, versucht verzweifelt, seine Haut zu retten und herauszufinden, wer, zum Teufel, Baptiste ist.

Bibliografie:

‚B comme Baptiste‘ – ‚B wie Baptiste‘ (1971), ‚Au veuf hilaire‘ (1971), ‚O.K. Léon!‘ – ‚Okay, Léon!‘ (1972), ‚Miss‘ – ‚Madame greift ein‘ (1978), ‚Les miroirs de l’ombre‘ (1982).