(1892-1958; schrieb auch als Clive Conrad)

Frank King wurde als Sohn eines erfolgreichen Verlegers und Buchhändlers in Halifax, West Yorkshire, geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte Medizin in Leeds mit einem Abschluss 1914 und eröffnete nach der Militärdienstzeit im Nahen Osten eine ärztliche Praxis in Halifax. Parallel zu seiner medizinischen Tätigkeit begann er zu schreiben, sein erstes Buch kam 1924 heraus. Einem breiteren Publikum erschloss er sich mit dem auf einem seiner Romane beruhenden Horrorfilm ‚The Ghoul‘, in dem Boris Karloff die Hauptrolle spielte.

Die belletristischen Erfolge erlaubten es King, seine Praxis 1936 zu schliessen und sich fürderhin ganz dem Schreiben von Kurzgeschichten und Krimis zu widmen. Er war ein flinker und fleissiger Autor, der in seinen besten Zeiten vier Sekretärinnen beschäftigte. Sein Werk enthält 42 Romane, mehrere Theaterstücke und weit über hundert Stories, die in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt wurden. Im Alter von 66 Jahren erlitt King zuhause in Norton Tower, Halifax, einen plötzlichen Herztod. Er hinterliess seine Frau Annie, mit der er über vierzig Jahre kinderlos verheiratet war.

Kings bekanntester Krimiheld ist Clive Conrad, Übername „The Dormouse“ (bzw. „der Siebenschläfer“), den er seinem verhangenen Blick und seiner Gewohnheit, in brenzligen Situationen zu gähnen, verdankt. Zusammen mit seiner schönen, rothaarigen Lebensgefährtin Alice Faversham (ab dem 14. Band ‚Operation Honeymoon‘: Alice Conrad), einer äusserst treffsicheren Schützin, und dem korpulenten, fast kahlen Sidecick Reginald Fortescue Watt als „Mädchen für Alles“ betreibt er in London an der Rupert Street, in der Nähe des Piccadilly Circus, die ‚Conrad Detective Agency‘, eine kleine, von Robin Hood inspirierte Organisation, die zuerst weniger durch detektivischen Spürsinn, als durch verbrecherische Aktivitäten zu ihrem Geld kommt, später jedoch eng und erfolgreich mit Scotland Yard zusammenarbeitet. Die Serie besteht aus 21 unterhaltsamen, wenn auch nicht allzu tief schürfenden Romanen.

Bibliografie:
‚Terro at Staups House‘ – ‚Grauen in Staups Haus‘ (1927), ‚The Ghoul‘ (1928), ‚Greenface‘ (1929) ‚The Owl‘ (1930), ‚The Case of the Painted Girl‘ – ‚Der Tiger‘ (1931), ‚Night at Krumlin Castle‘ (1932), ‚Green Gold‘ (1933), ‚The House of Sleep‘ (1934), ‚Mr Balkram’s Band‘ (1934), ‚Dictator of Death‘ (1935), ‚The Smiling Mask‘ (1936), ‚Molly on the Spot‘ (1940), ‚’The Midnight Sleep‘ (1941), ‚Candidates for Murder‘ (1945), ‚Death of a Cloven Hoof‘ – ‚Ein Satan stirbt‘ (1951), ‚Death Changes his Mind‘ (1953), ‚Only Half the Doctor Died‘ (1954), ‚Death Has a Double‘ (1955), ‚The Case of the Vanishing Artist‘ – ‚Die schöne Sonja‘ (1956);
Clive „The Dormouse“ Conrad-Serie: ‚Enter the Dormouse‘ (1936), ‚The Dormouse Undertaker‘ (1937), ‚The Dormouse Has Nine Lives‘ (1938), ‚The Dormouse Peacemaker‘ (1938), ‚Dough for the Dormouse‘ (1939), ‚This Doll is Dangerous‘ (1940), ‚They Vanish at Night‘ (1941), ‚What Price Doubloons?‘ – ‚Das versunkene Schiff‘ (1942), ‚Crook’s Cross‘ (1943), ‚Gestapo Dormouse‘ (1944), ‚Sinister Light‘ (1946), ‚The Catastrophe Club‘ (1947), ‚Operation Halter‘ (1948), ‚Operation Honeymoon‘ (1950), ‚The Case of the Strange Beauties‘ (1952), ‚The Big Blackmail‘ – ‚Sünden im Safe‘ (1954), ‚Crook’s Caravan‘ (1955), ‚The Empty Flat‘ – ‚Selbstmord ausgeschlossen‘ (1957), ‚The Charming Crook‘ (1958), ‚The Two Who Talked‘ (1958), ‚The Case of the Frightened Brother‘ (1959).

++ Erstellt: April 2012 ++