(Pseudonym für Evgen Avtsine, 1901-1992)

Claude Aveline wurde als Sohn einer russischen Emigrantenfamilie  in Paris geboren und wuchs dort und in Versailles auf. Als er seine schulische Ausbildung mit siebzehn Jahren aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, begann er zu schreiben und veröffentlichte schon bald seine ersten Gedichte. In den 20er-Jahren war er vornehmlich als Herausgeber von philosophischen Schriften tätig, danach konzentrierte er sich vermehrt auf die Schriftstellerei. Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich der Résistence an. Darüber hinaus schrieb er für antifaschistische Zeitschriften wie ‚Vendredi‘ und ‚Commune‘ und veröffentlichte viel beachtete Filmkritiken in verschiedenen linksgerichteten Magazinen. Er starb 91-jährig in Paris.

Avelines Werk enthält Romane, Reiseberichte, Kindheitserinnerungen, fantastische Erzählungen für Jugendliche, Hörspiele, Essays, Aphorismen, Gedichte, den roman noir ‚Le prisonnier‘ und die aus fünf Bänden bestehende „Suite policière“ (Kommissar Frédéric Belot-Serie).

Im ersten Krimi ‚Der zweifache Tod des Frédéric Belot‘ findet der junge Polizeiinspektor Simon Rivière in der Wohnung seines Vorgesetzten (und Patenonkels) Frédéric Belot zwei identisch – exakt wie der Kommissar – aussehende Männer vor: Der eine ist tot, der andere durch zwei Schüsse schwer verwundet. Welcher ist der echte Belot? Und warum hatte Belot einen Doppelgänger?

In den nachfolgenden – die Qualität des Erstlings nicht ganz erreichenden – Titeln der „Suite policière“ hält Aveline Rückschau auf Belots brillante Laufbahn bei der Pariser Kriminalpolizei. ‚Der Passagier der Linie U‘ beginnt mit der Ermordung des Autohändlers Etienne Tavernier, der beim Aussteigen aus einem Omnibus der Linie U von einem Fahrgast erschossen wird. 48 Stunden später verschwindet der Briefmarkenhändler Maurice Verdon, als er auf der Linie U unterwegs ist. Kurz darauf trifft bei der Polizei eine Lösegeldforderung von 500’000 Francs ein, unterzeichnet mit „Der Passagier der Linie U“. Frédéric Belot, redegewandt, klug und trotz seiner Migräneanfälle mit einer nahezu grenzenlosen Geduld begabt, nimmt sich des höchst verzwickten Falles an – und verliebt sich in die zauberhafte, über beachtliche detektivische Fähigkeiten verfügende Zeugin Madame Colet. Dann schlägt die Nachricht von einer zweiten Entführung, jener des belgischen Vicomte Guy de Lacken, wie eine Bombe ein – für Belot ist an Schlaf nun nicht mehr zu denken.

Bibliografie:

Suite policière (Kommissar Frédéric Belot-Romane): ‚La double mort de Frédéric Belot‘ – ‚Der zweifache Tod des Frédéric Belot‘ (auch unter dem Titel ‚Der zweifache Tod‘, 1932), ‚Voiture 7, place 15‘ – ‚Wagen 7, Platz 15‘ (1937), ‚Le jet d’eau‘ – ‚Der Springbrunnen‘ (1946), ‚L’abonné de la ligne U‘ – ‚Der Passagier der Linie U‘ (auch unter dem Titel ‚Der Briefmarkenhändler‘, 1947), ‚L’oeil-de-chat‘ – ‚Das Tigerauge‘ (1970);

Einzelwerk: ‚Le prisonnier‘ (1936).