(*1945)

René Appel wurde in Hoogkarspel, einem Dorf in der Nähe Alkmaars (Provinz Noord-Holland) geboren. Er studierte Niederlandistik und allgemeine Linguistik an der Universität Amsterdam und redigierte anschliessend Spannungsliteratur für die Tageszeitung ‚NRC Handelsblad‘. Von 1994 bis 2003 unterrichtete er Sprachwissenschaft an der Universität Amsterdam, ehe er sich dem Verfassen von Kinderbüchern, Kurzgeschichten, Drehbüchern und Spannungsromanen zuwandte. Fünf seiner gut zwei Dutzend – vor allem von Patricia Highsmith und Ruth Rendell, aber auch von Willem van de Wetering inspirierten – Krimis liegen auf Deutsch vor.

‚Tod am Leuchtturm‘ ist die Geschichte des im Leben gescheiterten Mittsechzigers Peter van Galen (kränkelnde Ehe, beruflicher Absturz), der sich knapp fünfzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Reise in die eigene Vergangenheit begibt. In seinem Heimatort, einer holländischen Kleinstadt am Meer, trifft er wieder auf seine Schulfreunde, und gemeinsam lüften sie ein verdrängtes Geheimnis rund um die schrecklichen Geschehnisse, denen damals, in den Tagen nach der Befreiung Hollands von der Nazi-Okkupation, zwei aus ihrem Kreis zum Opfer gefallen sind.

‚Rachsucht‘ gehört dem jungen Amsterdamer Pärchen Manon und Roy, die sich über alles lieben. Roy führt indes ein Doppelleben als kleiner Ganove, verdient sich sein Geld mit Autodiebstählen und als Laufbursche im Drogenhandel. Als ihm bei einem Auftrag die Beute abhanden kommt, begeht er in seiner Not einen Mord – und kann seine Tat dann nicht lange vor Manon geheimhalten. Durch die Polizei in die Enge getrieben, sagt Manon gegen ihren Freund aus, doch Roy kommt mangels Beweisen frei, und Manon muss nun um ihr Leben fürchten.

In dem multiperspektivisch angelegten Roman ‚Ein Opfer der Umstände‘ entwirft Appel das Psychogramm des Martin Hogeween, eines erfolgreichen Unternehmensberaters Anfang fünfzig, dessen Leben aus den Fugen gerät, als er die unlauteren Machenschaften einer Kommunalbehörde durchleuchtet. In tragenden Rollen: Theo Verlinden, der hasserfüllte Leiter dieser Behörde, der Dreck am Stecken hat und durch Hogeween jetzt gnadenlos abserviert wird; der angehende Journalist Feliox Nieberg, Hogeweens 18-jähriger Sohn aus einer früheren Beziehung, der sich auf die Suche nach seinem ihm unbekannten Vater begibt – und von dessen Existenz Hogeween keine Ahnung hat; und Hogeweens zwanzig Jahre jüngere Freundin Carina Steinvoort, die dummerweise mit Felix im Bett landet – und damit eine Kette von tragischen Ereignissen in Gang setzt.

René Appel ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Amsterdam.

Bibliografie:

‚Handicap‘ (1987), ‚Spijt‘ (1989), ‚De deerde persoon‘ – ‚Mord in der dritten Person‘ (1990), ‚Oppassen‘ (1991), ‚Personlijke Omstandigheden‘ (1992), ‚Vlekkelos‘ (1993), ‚Geronnen bloed‘ (1994), ‚Teggenliggers‘ (1995), ‚Van Kwar tot erger‘ (1996), ‚Geweten‘ – ‚Tod am Leuchtturm‘ (1996), ‚Spanning‘ (1996), ‚Tweerstrijd‘ – ‚Rachsucht‘ (1998), ‚De echtbreker‘ (1999), ‚Zinloos geweld‘ – ‚Ein Opfer der Umstände‘ (2001), ‚Noodzakelijk kwaad‘ (2002), ‚Doorgeschoten‘ (2003), ‚Misbruik wordt gestraft‘ (2004), ‚Als broer en zus‘ (2005), ‚Loverboy‘ (2005), ‚Los geld‘ (2006), ‚Hittegolf‘ – ‚Hitzewelle‘ (2006), ‚Schone Handen‘ (2007), ‚Weerzin‘ (2008), ‚Van twee kanten‘ (2010), ‚Goede vrienden‘ (2011), ‚De advocaat‘ (2013), ‚De kortste nacht‘ (2014).