(*1956; schreibt auch als Tony Spinosa)

Reed Farell Coleman wurde als jüngster von drei Söhnen einer jüdischen Familie in Brooklyn geboren und wuchs auch dort auf. Er besuchte die Abraham Lincoln High School in Brooklyn und schrieb in dieser Zeit seine ersten Gedichte. Später arbeitete er unter anderem als Verkäufer von Babynahrung, als Koch, Taxi- und Lastwagenfahrer, war aber auch drei Jahre Mitherausgeber der Zeitschrift ‚Poetry Bone‘. In der Freizeit besuchte er Abendkurse in Schreiben am Brooklyn College und an der New School in Manhattan, wo er seine Frau Rosanne kennen lernte. 1991 veröffentlichte er seinen ersten Krimi. Nebenbei unterrichtet er Romanschreiben an der Hofstra University. Er lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern in Suffolk County auf Long Island.

Colemans Werk besteht zurzeit aus 23 Krimis, von denen drei unter dem Pseudonym Tony Spinosa erschienen sind, rund ein Dutzend Gedichte sowie zahlreiche, in Zeitungen und Zeitschriften publizierte Kurzgeschichten und Essays. Colemans wertvollster Beitrag zur Kriminalliteratur ist die Reihe um Moses „Moe“ Prager aus Brooklyn, deren erster Band auch auf Deutsch erhältlich ist.

Moe Prager entstammt einer jüdischen Familie. Wegen einer Knieverletzung musste er den Dienst beim NYPD nach zehn Jahren quittieren. Er betreibt mit seinem Bruder Aaron in Brooklyn ein paar Weinhandlungen und hat eine Lizenz als Privatdetetiv, die irgendwo herumliegt. Manchmal trauert er seiner Zeit bei der Polizei nach. Moe ist ein intelligenter, selbstkritischer, zum Grübeln neigender Zeitgenosse mit viel Einfühlungsvermögen und Sinn für Humor. Im ersten, 1978 spielenden Roman lernt er seine zukünftige Frau Katy kennen: Sie ist die ältere Schwester des vermissten Studenten Patrick, den Moe im Auftrag ihres mächtigen und gefährlichen, ja monströsen Vaters Francis Maloney, eines Politikers mit unrühmlich beendeter Laufbahn als Polizeibeamter, aufspüren soll – doch alles ist ganz anders, als es zunächst den Anschein macht. Die unheilsamen Verflechtungen zwischen Moe Prager und der Familie Maloney, an denen Moes Ehe schliesslich zerbricht, prägen auch die nachfolgenden – in den 80er- und 90er-Jahren spielenden – Bände der Serie. Im sechsten, Anfang des 21. Jahrhunderts angesiedelten Roman ‚Innocent Monster‘ spielt auch Moes (und Katys) 1980 geborene Tochter Sarah eine Rolle: Sie beauftragt ihren Vater, von dem sie sich entfremdet hat, die elfjährige Tochter ihrer besten Jugendfreundin aufzuspüren, der finstere Fall führt Moe in die New Yorker Künstlerszene.

Colemans weitere wiederkehrende Figuren sind Dylan Klein, ein Privatdetektiv aus New York City, der eine Laufbahn als Autor anstrebt; Joe Serpe, ein ehemaliger NYPD-Cop, der mit seinem Partner Bob Healy private Ermittlungen durchführt, daneben aber auch die Bar ‚The Odd Couple‘ und einen Heizöl-Lieferdienst betreibt (die Joe Serpe-Romane sind unter dem Pseudonym Tony Spinosa erschienen); Gulliver Dowd, ein New Yorker Privatdetektiv, dessen Schwester, ein Cop, ermordet wurde; und Gus Murphy, ein Polizist im Ruhestand und Gelegenheitsdetektiv. Darüber hinaus setzt er Robert Parkers Jesse Stone-Serie seit dessen Tod fort  und verfasste gemeinsam mit seinem irischen Freund Ken Bruen den Krimi ‚Tower‘.

Bibliografie:

Dylan Klein-Serie: ‚Life Goes Sleeping‘ (1991), ‚Little Easter‘ (1993), ‚They Don’t Play Stickball in Milwaukee‘ (1997);

Moe Prager-Serie: ‚Walking the Perfect Square‘ – ‚Spur ins Gestern‘ (2001), ‚Redemption Street‘ (2004), ‚The James Deans‘ (2005), ‚Soul Patch‘ (2007), ‚Empty Ever After‘ (2008), ‚Innocent Monster‘ (2010), ‚Hurt Machine‘ (2011), ‚Onion Street‘ (2013), ‚The Hollow Girl‘ (2014);                                                                       

Gulliver Dowd-Romene: ‚Dirty Work‘ (2013), ‚Valentino Pier‘  (2013);                  

Jesse Stone-Romane: ‚Blind Spot‘ (2014), ‚The Devil Wins‘ (2015);                         

Gus Murphy-Romane: ‚Where It Hurts‘ (2016), “What You Break‘ (2017);

Einzelwerke: ‚Gun Church‘ (2012), ‚ Bronx Requiem‘ (2012).                                    

Als Tony Spinosa: Joe Serpe-Serie: ‚Hose Monkey‘ (2006), ‚The Fourth Victim‘ (2008).
Gemeinsam mit Ken Bruen: ‚Tower‘ – ‚Tower‘ (2009).