(Kürzel für Joseph Louis Hensley, 1926-2007; schrieb – zusammen mit Alexei Panshin – auch als Louis J.A. Adams)

Joe L. Hensley, geboren in Bloomington, Indiana, beendete seine schulische Ausbildung 1944 an der Bloomington’s University Highschool und ging dann zur Navy. 1950 machte er einen Bachelor-Abschluss an der Indiana University, im selben Jahr vermählte er sich mit Charlotte Ruth Berlinger. Im Koreakrieg diente er wiederum bei der Navy, diesmal als Journalist. 1955 schloss er sein Jurastudium an der Indiana University School of Law ab. Er liess sich daraufhin in Madison, Indiana, nieder und arbeitete in den folgenden gut dreissig Jahren in der Jurisprudenz – als Staatsanwalt und selbständiger Jurist, einige Zeit auch als Richter. Sieben Jahre nach seiner Frau, starb er 81-jährig in Madison. Er hinterliess einen Sohn namens John.

Nebenberuflich verfasste Hensley neunzehn Krimis sowie rund hundert Sciencefiction- und Kriminal-Stories. Seine bedeutendste literarische Figur ist der kluge, liberal gesinnte Anwalt Donald „Don“ Robak, ein Veteran des Koreakriegs mit polnisch-irischen Wurzeln, der sich in der fiktiven Kleinstadt Bington, Indiana, in verschiedenen Funktionen der Jurisprudenz widmet. Im Fortgang der Serie heiratet Robak in zweiter Ehe Jo und wird Vater eines Sohnes.

Als beste Bände der gefühlvollen, in einer präzisen Sprache erzählten, mit Gerichtsszenen geizenden, dafür aber mit eindrucksvollen Charakterzeichnungen aufwartenden Reihe gelten ‚Robak’s Cross‘ und der die Serie beschliessende Titel ‚Robak in Black‘, auf Deutsch ist allerdings nur der erste Roman unter dem Titel ‚Exekution in sieben Tage‘ verfügbar.

Auch in Henleys erstem Krimi, dem Einzelwerk ‚Stumme Zeugen‘, steht ein furchtloser Rechtsanwalt im Mittelpunkt: Sam April, der junge Pflichtverteidiger des vorbestraften Schwarzen Alphonse Jones, dem der brutale Mord an einer schönen weissen Frau zur Last gelegt wird (Rassenfragen kommen jedoch nur ganz peripher zur Sprache). Die Stimmung in der namenlosen Kleinstadt ist geladen, und April weiss, dass er den wahren Täter überführen muss, um seinen Klienten vor der Todesstrafe zu bewahren.

Bibliografie:

Einzelwerke: ‚The Color of Hate‘ (auch unter dem Titel ‚Color Him Guilty‘) – ‚Stumme Zeugen‘ (1960), ‚The Poison Summer‘ – ‚Giftiger Sommer‘ (1974), ‚The Black Roads‘ (1976), ‚Fort’s Law‘ (1987), ‚Grim City‘ (1994), ‚Loose Coins (gemeinsam mit Guy M. Townsend, 1998), ‚Snowbird’s Blood‘ (2008);

Robak-Serie: ‚Deliver Us to Evil‘ – ‚Exekution in sieben Tagen‘ (1971), ‚Legislative Body‘ (1972), ‚Song of Corpus Juris‘ (1974), ‚Rivertown Risk‘ (1977), ‚A Killing in Gold‘ (1978), ‚Minor Murders‘ (1979), ‚Outcasts‘ (1981), ‚Robak’s Cross‘ (1985), ‚Robak’s Fire‘ (1986), ‚Robak’s Firm‘ (Short Stories, 1987), ‚Robak’s Run‘ (1990), ‚Robak’s Witch‘ (1997), ‚Robak in Black‘ (2001).