(1941-2016; schrieb auch als E.J. Gorman, Daniel Ransom, Robert David Chase und Richard Driscoll)

Ed Gorman verbrachte den weitaus grössten Teil seines Lebens in seiner Geburtsstadt Cedar Rapids, Iowa, mit Zwischenstops in Des Moines, Iowa, und Minneapolis, Minnesota. Er war zweimal verheiratet, zuerst sieben Jahre mit Cathleen Stevens, dann 34 Jahre bis zu seinem Tod mit der Kinderbuchautorin Carol Gorman Johnson, geborene Maxwell. Nach 23 Jahren bei einer Werbeagentur erfüllte er sich seinen Traum und wurde Schriftsteller. Sein Werk besteht aus Krimis, Western-, Abenteuer- und Horrorromanen, Comics, ungezählten Kurzgeschichten und Kritiken. Überdies war er Herausgeber von Erzählbänden und Mitbegründer des Magazins ‚Mystery Scene‘. Kurz vor seinem 75. Geburtstag erlag er in Cedar Hills einer langwierigen Krebserkrankung. Er hinterliess seine zweite Frau, seinen Sohn Joseph und seinen Stiefsohn Ben Johnson.

Gormans Serienhelden sind zumeist soziale Aussenseiter aus dem Mittleren Westen. Sam McCain erledigt als junger Anwalt im Iowa der 50er- und 60er-Jahre die Laufarbeit für die reiche, exzentrische Richterin Esme Anne Whitney. Dev Conrad schlägt sich als Politberater in Chicago durch, Tobin als Filmkritiker und Hobbydetektiv in New York City. Der Ex-Cop Jack Dwyer ist Gelegenheitsschauspieler und Security-Mann in einer Kleinstadt in Iowa, Robert Payne Profiler im selben Bundesstaat.

Ed Gorman erhielt von allen Seiten Lob für seine unaufgeregte, schwungvolle Erzählweise, seinen trockenen Humor und seine aus dem Leben gegriffenen Figuren, wurde hingegen für seine bisweilen etwas gesuchte Handlungsführung kritisiert.

Auf Deutsch ist einzig der erste der beiden Tobin-Romane unter dem Titel ‚Der zweite Mann‘ erschienen. Tobin (Vorname unbekannt), ein klein gewachsener, rothaariger Filmkritiker mit überschäumendem Temperament, der bereits viermal verheiratet war, gerät arg in die Bredouille, als sein Berufskollege und Intimfeind Richard Dunphy erstochen wird, unmittelbar nachdem sich die beiden bei einer Talkshow vor laufender Kamera in die Haare geraten sind. Um seine Haut zu retten, begibt sich Tobin gleich selbst auf die Jagd nach dem Mörder – an Verdächtigen herrscht kein Mangel in der von Ehrgeiz, Geldgier, Eifersucht und heimlichen Affären getriebenen Welt des Fernsehens.

Bibliografie (nur Krimis):

Jack Dwyer-Serie: ‚Rough Cut‘ (1985), ‚New, Improved Murder‘ (1985), ‚Murder Straight Up‘ (1986), ‚Murder in the Wings‘ (1986), ‚The Autumn Dead‘ (1987), ‚A Cry of Shadows‘ (1990);

Tobin-Romane: ‚Murder on the Aisle‘ – ‚Der zweite Mann‘ (1987), ‚Several Deaths Later‘ (1988);

Robert Payne-Serie: ‚Blood Moon‘ (auch unter dem Titel ‚Blood Red Moon‘, 1994), ‚Hawk Moon‘ (1995),’‚Harlot’s Moon‘ (1998), ‚Voodoo Moon‘ (2000);

Sam McCain-Serie: ‚The Day the Music Died‘ (1999), ‚Will You Still Love Me Tomorrow‘ (2000), ‚Wake Up Little Susie‘ (2001), ‚Save the Last Dance for Me‘ (2002), ‚Everybody’s Somebody’s Fool‘ (2004), ‚Breaking Up Is Hard To Do‘ (2004), ‚Fools Rush In‘ (2007), ‚Ticket to Ride‘ (2009), ‚Bad Moon Rising‘ (3022), ‚Riders on the Storm‘ (2014);

Dev Conrad-Serie: ‚Sleeping Dogs‘ (2008), ‚Stranglehold‘ (2010), ‚Blindside‘ (2012), ‚Flashpoint‘ (2013), ‚Elimination‘ (2015).

Einzelwerke: ‚Graves‘ Retreat‘ (1989), ‚The Poker Club‘ (1990), ‚The Night Remembers‘ (1991), ‚Night Kills‘ (1992), ‚Cage of Night‘ (1992), ‚Shadow Games‘ (1996), ‚Daughter of Darkness‘ (1998), ‚The Midnight Room‘ (2009).

Als A.J. Gorman: ‚The Marilyn Tapes‘ (1995), ‚The First Lady‘ (1996), ‚Senatorial Privilege‘ (1997).