(*1957 als Jon Tore Halvorsen; schreibt auch als Holger Selmas)

Jon Ewo (seit 2003 sein offizieller Name) wurde in Oslo geboren, wo er auch heute lebt. Nach Abschluss der Schule arbeitete er bis 1987 als Bibliothekar in Vestby, seither ist er als Berater, Redakteur, Autor und Verleger tätig. Darüber hinaus war er Sänger der Punkrockband ‚Genickschuss‘, die jedoch nie ein Konzert gegeben hat. Nach zwei Erzählbänden, zwei Romanen und zahlreichen (zum Teil unter dem Pseudonym Holger Selmas publizierten) Kinder- und Jugendbüchern veröffentlichte er zwischen 1996 und 1998 die harte, in einer schnörkellosen Sprache erzählte Alex Hoel- oder Torpedo-Trilogie, deren ersten beiden Teile auch auf Deutsch vorliegen. Seither widmet sich der Vielschreiber (über 100 Bücher seit 1986) fast ausschliesslich der Jugendliteratur.

Alex Hoel, Erpresser und schlagkräftiger Geldeintreiber (in Norwegen werden die Geldeintreiber der Gangsterbanden als Torpedo bezeichnet) für einen Bandenboss aus Ex-Jugoslawien, aber auch ein Mann, dem Loyalität über Alles geht, würde eigentlich am liebsten aussteigen und die schöne Irina, die Witwe seines alten Freundes Ulf, umgarnen und lieben (Irina erwartet im zweiten Band dann tatsächlich ein Kind von ihm), hat jedoch selber Schulden – und gerät in ‚Torpedo‘ zwischen die Fronten zweier rivalisierender osteuropäischer Banden der organisierten Kriminalität, die in den 90ern auch in der Osloer Unterwelt Fuss gefasst haben. Am Schluss ist Axel um einen Haufen Knete reicher, dafür um einen Finger und ein Ohr ärmer.

In Ewos zweitem (auch als Hörspiel adaptiertem) Krimi ‚Rache‘ führt Alex Hoel im Zentrum von Oslo die Bar Exil. Als vor dem Lokal auf einen seiner alten Kumpel geschossen wird, begibt er sich – ohne dies wirklich zu wollen – zurück ins halbseidene Milieu und wird in einen höchst gefährlichen Fall verwickelt, in dem sein rachsüchtiger Erzfeind Braza, aber auch Norwegens Bikerszene prominente Rollen spielen.

Bibliografie:
Torpedo-Trilogie: ‚Torpedo‘ – ‚Torpedo‘ (1996), ‚Hevn. Torpedo II‘ – ‚Rache‘ (1997), ‚Gissel. Torpedo III‘ (1998).

++ Erstellt: Dezember 2014 ++