(*1931)

Howard Engel wurde in St. Catharines, in der kanadischen Provinz Ontario, geboren. Nach seiner Ausbildung in Geisteswissenschaften an der McMasters University in Hamilton arbeitete er kurze Zeit in Sault St. Marie als Lehrer, bevor er als CBC-Journalist unter anderem aus Paris, London, Spanien und Zypern berichtete. Von 1962 bis 1978 war er mit der 1985 verstorbenen Autorin Marian Engel verheiratet, die 1965 die Zwillinge Charlotte und William zur Welt brachte. Seine zweite Frau, die kanadische Autorin Janet Hamilton, schenkte ihm 1989 einen weiteren Sohn, Jacob. Sie erlag 1998 einem Hirntumor.

Howard Engel, einer der Gründer der ‚Crime Writers of Canada‘, veröffentlichte seinen ersten Krimi erst mit knapp fünfzig Jahren.  Sein Werk beinhaltet die 14-bändige Benny Cooperman-Serie, zwei historische Romane um den Journalisten Mike Ward und die Einzelwerke ‚Murder in Space‘ und ‚Mr. Doyle & Dr. Bell‘. Darüber hinaus schrieb er die Sachbücher ‚Lord High Executioner‘ (1996) und ‚Crimes of Passion‘ (2001). Er lebt heute in Toronto.

Benny Cooperman („the country’s first truly Canadian detective hero“), ein  jüdisch-stämmiger, leicht verzögert alternder Privatdetektiv aus dem fiktiven kanadischen Provinzstädtchen Grantham (gemeint ist St. Catharines), der im Verlauf der Reihe heiratet, ist eine höchst eigenständige Figur mit vielen Facetten. Humorvoll, freundlich, intelligent und bescheiden, gesegnet mit einer Engelsgeduld, verabscheut er jede Art von Gewalt und vertilgt am liebsten Eiersalat-Sandwiches. Im 1995er Titel ‚Mit heiler Haut‘, einem der besten Werke des Autors, wird Benny Cooperman von dem berüchtigten Bauspekulanten und Gangsterboss Abe Wise für einen besonders heiklen Job angeheuert: Er soll herausfinden, wer die auf Wise verübten Anschläge eingefädelt hat – andernfalls müssen Bennys Liebste daran glauben. Der Detektiv verbeisst sich in den Fall, stösst auf schmutzige, weit zurückliegende Geschichten und kommt nur ganz knapp mit heiler Haut davon. Im zehnten, gemeinsam mit Eric Wright verfassten Roman ‚My Brother’s Keeper‘ ist Benny gemeinsam mit Wrights Ermittler Charlie Salter am Werk, und auch Bennys Bruder Sam, ein Chirurge, ist in den Fall involviert.

2001 erlitt Engel einen Hirnschlag und verlor dadurch die Fähigkeit zu lesen. Trotzdem brachte er vier Jahre später mit ‚Memory Book‘ den elften Band der Benny Cooperman-Serie heraus, in dem der Held bei einer Schlägerei schwere Hirnverletzungen erleidet – und daraufhin nicht mehr lesen kann. 2007 liess Engel die mit einem Vorwort von Oliver Sacks versehenen Memoiren ‚The Man Who Forgot How to Read‘ folgen, von 2008 bis 2015 drei weitere Cooperman-Krimis.

Bibliografie:

Benny Cooperman-Serie: ‚The Suicide Murders‘ – ‚Selbstmord ist auch keine Lösung‘ (1980), ‚The Ransom Game‘ – ‚Erpresserspiel‘ (1981), ‚Murder on Location‘ – ‚Mord stand nicht im Drehbuch‘ (1982), ‚Murder Sees the Light‘ – ‚Es kommt alles ans Licht‘ (1984), ‚A City Called July‘ – ‚Ein ruhiges Plauderstündchen‘ (auch unter dem Titel ‚Ticket für einen Toten‘, 1986), ‚A Victim Must Be Found‘ – ‚Ein Opfer muss her‘ (1988), ‚Deas and Buried‘ (1990), ‚There Was an Old Woman‘ (1993), ‚Getting Away With Murder‘ – ‚Mit heiler Haut‘ (1995), ‚My Brother’s Keeper‘ (gemeinsam mit Eric Wright, 2002), ‚Memory Book‘ (2005),’East of Suez‘ (2008),  ‚The Whole Megillah‘ (2012), ‚Over the River‘ (2015);

Mike Ward-Romane: ‚Murder in Montparnasse‘ (2000), ‚City of Fallen Angels‘ (2014);                                                                                                                  

Einzelwerk: ‚Mr. Doyle & Dr. Bell‘ (1997).                                                                    

Als F. X. Woolf (gemeinsam mit Janet Hamilton): ‚Murder in  Space‘ (1985).