(*1944; schreibt auch als Johnny Angelo, Jim Ballantyne, Holly Delatour, Lee Martin, Martin Milk und Tony Williams)

Mark Timlin kam in Cheltenham, Gloucestershire,  zur Welt und wuchs in verschiedenen Londoner Stadtteilen auf. Nach der Schulzeit arbeitete er als Lastwagen- und Taxifahrer und begleitete die Pop-Gruppen ‚T. Rex‘ und ‚The Who‘ als Roadie, ehe er in den 80er-Jahren, nach der Trennung von seiner Frau, zur Schriftstellerei wechselte und Nick Sharman in die Kriminalliteratur brachte. Raymond Chandler und Elmore Leonard bezeichnet er als seine wichtigsten Einflüsse, doch auch Mickey Spillanes Rachethriller scheinen ihm nahe zu stehen. Neben knapp dreissig Krimis veröffentlichte Timlin zwei Bücher über Groupies und ein paar Pornoromane. Darüber hinaus betreute er lange Zeit die Krimiseite der Zeitung ‚Independant on Sunday‘. Er lebt heute Newport, South Wales.

Timlins alter Ego Nick Sharman ist in siebzehn Romanen und der Kurzgeschichten-Sammlung ‚Sharman and Other Filth‘ (1996) als hart gesottener und trinkfreudiger Privatdetektiv im südlichen Teil Londons unterwegs (wobei der Autor sich ein paar Cameo-Auftritte gönnt). Er war vor vielen Jahren Polizist im schäbigen Londoner Stadtteil Brixton, bis ihm ein Kollege unabsichtlich in den Fuss schoss und er den Polizeidienst aufgab. Wenig später verliess ihn seine Frau Laura, mit der er eine Tochter, Judith, hat – diese wird in ‚Die Frau im Rollstuhl‘ entführt. Auch die folgenden Liebesbeziehungen bringen Sharman nur kurzes Glück – die Prostituierte Teresa verlässt ihn, um ein solides Leben zu beginnen, und die einer amerikanischen Mafiafamilie angehörende Josephine wird in die Luft gesprengt. Acht Bücher später jedoch, in ‚Pretend Were Dead‘, heiratet Sharman seine grosse Liebe Dawn.

In den Sharman-Krimis, die zu einem guten Teil in der Musikbranche spielen, fliesst ziemlich viel Blut, aber auch Sexszenen, Witz und scharfe Sprüche kommen nicht zu kurz. In den Jahren 1995 und 1996 wurde die fünfteilige TV-Serie ‚Sharman‘ ausgestrahlt mit einem grossartigen Clive Owen in der Rolle des Privatdetektivs.

Bibliografie:

Nick Sharman-Serie: ‚A Good Year for the Roses‘ – ‚Schnee und Rosen‘ (1988), ‚Romeo’s Tune‘ – ‚Schwanengesang‘ (1990), ‚Gun Street Girl‘ – ‚Die verlorene Tochter‘ (1990), ‚Take the A Train‘ (1991), ‚The Turnaround‘ – ‚Die Frau im Rollstuhl‘ (1991), ‚Zip Gun Boogie‘ – ‚Shooting Stars‘ (1992), ‚Hearts of Stone‘ (1992), ‚Falls of the Shadow‘ (1993), ‚Ashes By Now‘ – ‚Schnee von gestern‘ (1993), ‚Pretend Were Dead‘ (1994), ‚Paint it Black‘ (1995), ‚Find My Way Home‘ (1996), ‚A Street That Rhymed at 3 AM‘ (1997), ‚Dead Flowers‘ (1998), ‚Quick Before They Catch Us‘ (1999), ‚All the Empty Places‘ (2000), ‚Stay Another Day‘ (2010);

Einzelwerke: ‚I Spied a Pale Horse‘ (1999), ‚Answers from the Grave‘ (2004), ‚Guns of Brixton‘ (2010).

Als Jim Ballantyne: ‚The Torturer‘ (1995).

Als Lee Martin: ‚Gangsters Wives‘ (2007), ‚The Lipstick Killers‘ (2009).

Als Martin Milk: ‚That Saturday‘ (1996).

Als Tony Williams: ‚Valin’s Raiders‘ (1994), ‚Blue on Blue‘ (1999).